04/11/2009

ZVEI Fachverband Elektromed. Technik (ZVEI)

Medizintechnik-Verbände fordern schnellere Verbreitung des medizintechnischen Fortschritts

Aus Sicht der deutschen Medizintechnik kommen die zahlreichen Innovationen, die zu mehr Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung beitragen können, zu langsam in den deutschen Markt. Anlässlich des
3. Innovationsforums Medizintechnik in Berlin am 29. Oktober 2009 haben die veranstaltenden Branchenverbände Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), SPECTARIS und der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wirksame Maßnahmen für eine schnellere Verbreitung des medizintechnischen Fortschritts in Deutschland gefordert.

„Durch die Verzögerung von Innovationen werden die enormen Potenziale zur Verbesserung wirtschaftlicher Effizienz und die Qualität der Gesundheitsversorgung nicht ausgenutzt“, so Ulrich Krauss, Vorsitzender des Fachverbands Medizintechnik bei SPECTARIS. Wenn sich die Innovationen in Deutschland langsamer verbreiten als in ausländischen Märkten, sei langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Medizintechnik gefährdet.

Als größte Hemmschwelle sehen die Verbände die komplexen Strukturen und Abläufe der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mit 90 Prozent die Nachfrage nach medizinischen Leistungen auf dem deutschen Markt dominieren. Eine erfolgreiche Vermarktung innovativer Medizinprodukte ist, nach Ansicht der Verbände, davon abhängig, ob die GKV die Finanzierung oder die Behandlungskosten übernimmt. „Die Komplexität und Dauer dieses Antrags- und Entscheidungsverfahrens der GKV stellt die Medizintechnik-Unternehmen vor enorme Herausforderungen, die gerade für mittelständische Anbieter existenzbedrohend sein können“, unterstrich Christian O. Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik.

Zur Problemlösung schlagen die Medizintechnik-Verbände eine stärkere Einbindung der Hersteller in die Entscheidungsprozesse über die Erstattung der innovativen Produkte und Behandlungsformen durch die GKV vor. Ebenso sollten die Antragsverfahren vereinfacht und die formalen Anforderungen an die technischen Gegebenheiten der Medizintechnikindustrie angepasst werden. Für einen schnelleren Marktzugang würde auch eine zeitlich befristete Finanzierung durch die GKV beitragen. „Generell muss eine für das Medizintechnikunternehmen transparente und praktikable Verzahnung zwischen regulatorischen Erfordernissen bei Zulassung und Erstattung erfolgen“, sagte
Dr. Meinrad Lugan, Vorsitzender der Bundesverbands Medizintechnologie.

Die Branchenverbände verteidigen ihre Forderung mit der besonderen Bedeutung der Medizintechnik. Die medizinischen Vorteile für die Patienten und ihr Beitrag für die Wirtschaftskraft Deutschlands rechtfertigten eine größere Offenheit gegenüber innovativer Medizintechnik.