Medroxyprogesteronacetat ist ein Kontrazeptivum, das alle drei Monate als Depot gespritzt wird. Inzwischen gibt es aber Anzeichen dafür, dass dieser Wirkstoff durch Interaktion mit dem Östrogen-Stoffwechsel der Frau zum Verlust von Knochendichte führen könnte.

Teilweise Entwarnung gibt nun eine amerikanische Studie, an der 170 junge Frauen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren teilnahmen. 80 benutzten zu Beginn der Studie Medroxyprogesteronacetat, die anderen nicht. Während des Nachbeobachtungszeitraums von 24 bis 36 Monaten wurde alle sechs Monate unter anderem am Oberschenkelhals und an den Wirbelknochen die Knochendichte gemessen.

Bei den Nutzerinnen von Medroxyprogesteronacetat verminderte sich im Vergleich zu den Nicht-Nutzerinnen die Knochendichte am Oberschenkelhals (jährlich -1,81 Prozent versus 0,19 Prozent; p kleiner 0.001) und den Wirbelknochen (-0,97 Prozent versus 1,32 Prozent; p kleiner 0.001), doch sonst an keinem weiteren Teil des Skeletts. Jene jungen Frauen, die erst nach Beginn der Studie erstmals den Wirkstoff spritzen ließen, verloren schneller an Knochenmasse als jene, die bereits von Anfang an unter dem Wirkstoff standen.

71 Prozent der Nutzerinnen brachen während des Studienzeitraums die Nutzung von Medroxyprogesteronacetat ab. Bei ihnen nahm die Knochendichte nach dem Absetzen des Wirkstoffs wieder deutlich zu. Die "Absetzerinnen" gewannen sogar deutlich mehr an Knochendichte im Vergleich zum Ausgangspunkt als die Nicht-Nutzerinnen. Die Zahlen im Einzelnen: 1,34 Prozent versus 0,19 Prozent am Oberschenkelhals; 2,86 Prozent versus 1,32 Prozent an den Wirbelkörpern. Dieser Zuwachs an Knochendichte war völlig unabhängig davon, wie lange die Frauen bereits den Wirkstoff Medroxyprogesteronacetat eingenommen hatten, bevor sie ihn absetzten.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine 2005, Vol. 159, S. 139-144