Armut: Mehr Herzinfarkte in sozial schwachen Stadtteilen

05.04.2013

Foto: Leere Brieftasche

Eine Studie von Bremer Forschern zeigt, dass Menschen in sozial schwächeren Stadtteilen häufiger Herzinfarkte und kardiovaskuläre Risikofaktoren haben;
© panthermedia.net/Martin Fally

In Bremer Stadtteilen mit niedrigem Sozialstatus gibt es mehr Herzinfarkte als in sozial stärkeren Bezirken, und Infarktpatienten aus sozial schwachen Vierteln sind jünger als ihre Leidensgenossen aus den besser gestellten Gegenden der Stadt.

Das zeigt eine Auswertung der Daten aus dem Bremer Herzinfarktregister. „Diese Ergebnisse können zumindest teilweise mit einem höheren Anteil von Rauchern und Übergewichtigen in den sozial benachteiligten Stadtteilen erklärt werden, weshalb gerade hier die Primärprävention eine besondere Bedeutung gewinnt“, so Doktor Susanne Seide vom Klinikum Links der Weser in Bremen.

Die Bremer Forschergruppe analysierte die im Bremer Herzinfarktregister enthaltenen Daten unter anderem im Hinblick auf den Sozialstatus, wobei die Stadtteile nach dem sogenannten allgemeinen Benachteiligungsindex in drei Gruppen eingeteilt wurden. Dieser Index berücksichtigt Kriterien wie die Einkommensstruktur, den Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, die Schulbildung oder den Anteil an Empfängern von Sozialleistungen.

Zentrale Ergebnisse der Analyse: In den Teilen der Stadt mit dem niedrigsten Sozialstatus gab es 86,3 Herzinfarkte pro 100.000 Einwohnern, in den sozial stärksten Gegenden betrug dieses Verhältnis nur 63,2 pro 100.000 Einwohnern. Die Infarkt-Patienten aus den unterprivilegierten Bezirken waren mit durchschnittlich 63,7 Jahren signifikant jünger als die sozial besser gestellten Patienten (66,1 Jahre). In Bezug auf die kardiovaskulären Risikofaktoren wiesen die Patienten mit geringerem Sozialstatus einen höheren Raucheranteil auf (49 gegenüber 39 Prozent) und waren häufiger übergewichtig (24 gegenüber 17 Prozent). Bei Diabetes und Bluthochdruck zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.