Mehr Information aus dem kardiologischen Ultraschall

Echo von einem Herzen mit
Asynchronie; © Uni Heidelberg

Vision oder Utopie: Ein Herzspezialist untersucht einen Patienten, der an Herzschwäche und Rhythmusstörungen leidet, mit dem Ultraschallgerät. Wenige Knopfdrücke genügen, und der Computer zeigt an, ob der Patient einen Schrittmacher braucht, der seinen Herzschlag stabilisiert.

Schon in den nächsten Jahren könnte dieses Szenario zum klinischen Alltag gehören, denn ein neues Ultraschallverfahren, das derzeit an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zur klinischen Reife gebracht wird, könnte die Behandlung von Patienten mit Herzschwäche und Rhythmusstörungen revolutionieren: Ein Algorithmus rechnet die Daten der Echokardiographie um und stellt fest, ob und wo genau sich der Herzmuskel unregelmäßig kontrahiert.

Professor Dr. Helmuth Kücherer, Leitender Oberarzt der Abteilung Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, erforscht seit mehr als zehn Jahren die Perspektiven der Echokardiographie. Gemeinsam mit Kollegen an der Universität von San Francisco hat seine Arbeitsgruppe das neue Verfahren entwickelt, das eine objektive Auswertung von Ultraschallbildern des Herzens erlaubt.

"Derzeit ist die Qualität der Begutachtung stark vom Erfahrungsschatz des Arztes abhängig", erklärt Kücherer. Dringend werden deshalb hieb- und stichfeste Daten benötigt, die eine sichere Therapieentscheidung ermöglichen. "Klinische Studien haben kürzlich gezeigt, dass nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung der Patienten durch einen Schrittmacher, der beide Herzkammern stimuliert, verbessert werden kann", so Kücherer.

Eine klinische Studie mit 100 Patienten, die an ungleichmäßig schlagenden Herzkammern leiden, soll nun ermitteln, wie aussagekräftig das Ultraschallverfahren tatsächlich ist. Die Durchführung der Studie wird unter anderem durch das mit 25.000 Euro dotierte Max-Schaldach-Forschungsstipendium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ermöglicht, das Dr. Korosoglou 2005 zugesprochen wurde.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg