Die (TRALI) ist eine der wichtigsten Ursachen der Mortalität im Zusammenhang mit Transplantationen. In vielen Fällen folgt eine TRALI nachdem dem Patienten Blut infundiert wurde. Patienten mit hämatologischen Risikofaktoren oder kardialen Erkrankungen haben ein besonders hohes Risiko. TRALI kommt vermutlich häufiger vor als bislang gedacht und wird zu selten diagnostiziert. Die Behandlung ist bislang hauptsächlich supportiv.

Eine evidenz-basierte, universelle Definition der TRALI würde helfen, diese Erkrankung weiterhin zu erforschen und Behandlungsalternativen zu entwickeln. Das US-amerikanische "National Heart, Lung and Blood Institute (NHLBI)" hat sich nun zum Ziel gesetzt, eine solche Definition zu entwickeln. Nach Ansicht der Experten sollte von einer TRALI dann gesprochen werden, wenn eine "acute lung injury" (ALI) innerhalb von sechs Stunden nach einer Transfusion auftritt und ein klarer zeitlicher Zusammenhang mit dieser Transfusion zu erkennen ist. Die Schwere dieses Syndroms kann von der leichten TRALI bis zum tödlichen Ausgang reichen.

Die ALI wiederum wurde auf der "North American-European Consensus Conference" näher definiert. Demnach liegt ein solcher akuter Lungenschaden dann vor, wenn eine akute Hypoxämie auftritt in Verbindung mit einer PaO2/Fraktion einegeatmeten Sauerstoffs-Quotient von höchstens 300 mmHg mit bilateralen Infiltraten. Zugleich muss ein zirkulatorischer "overload" ausgeschlossen sein.

Möglicherweise werden durch Transfusionen Agentien übertragen, die zu einer ALI führen können. Solche Agentien sind unter anderem Antileukozyten-Antikörper, biologisch aktive Substanzen und andere Stoffe, die noch unbekannt sind. Die Experten schlagen vor, jeden Patienten nach Transfusion mit Hilfe der Puls-Oximetrie zu überwachen, um eine TRALI schnell entdecken zu können.

MEDICA.de; Quelle: Critical Care Medicine 2005, Vol. 33, S. 721-726