Die Frage, ob Frauen mit Brustimplantaten ihre neu gewonnene Üppigkeit mit einem größeren Erkrankungsrisiko bezahlen müssen, wurde schon häufig untersucht. Insbesondere das Krebsrisiko war Gegenstand verschiedener Untersuchungen. Die Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Brustimplantate das Karzinomrisiko nicht erhöhen. Allerdings liefen diese Studien in der Regel nur wenige Jahre, so dass keine sicheren Aussagen über das langfristige Krankheitsrisiko getroffen werden konnten.

Das holt jetzt eine Studie des International Epidemiology Institute in Rockville, Maryland, USA, nach, die über einen Nachbeobachtungszeitraum von mindestens 15 Jahren lief. An dieser Untersuchung nahmen 3.486 schwedische Frauen teil, die sich zwischen 1965 und 1993 einer kosmetischen Brustvergrößerung mit Implantaten unterzogen hatten. Der Nachbeobachtungszeitraum endete 2002. Die Wissenschaftler untersuchten das Karzinomrisiko in dieser Gruppe im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Dabei bedienten sie sich des „Swedish Cancer Registry“.

Während des durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von 18,4 Jahren war die Zahl der Mammakarzinomerkrankungen in der Gruppe der Implantatträgerinnen geringer als erwartet. Allerdings traten in dieser Gruppe mehr Lungenkarzinome auf, als man erwartet hätte. In Bezug auf andere maligne Erkrankungen wie zum Beispiel Hirntumoren zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Implantatträgerinnen und der Vergleichsgruppe.

Damit bestätigen sich die Ergebnisse früherer und kürzerer Studien, die keine Erhöhung des Krebsrisikos bei Frauen mit Brustimplantaten fanden. Für die Frage, warum bei solchen Frauen Lungenkarzinome häufiger auftreten, haben die Studienleiter eine einfache Erklärung: Implantatträgerinnen rauchen häufiger als der Durchschnitt der anderen Frauen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2006, Vol. 98, S. 557-559