Mehr Qualität durch Weiterbildung

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Weiterbildungsmöglichkeiten und Kernkompe-
tenzen müssen genau festgelegt werden, um
die Qualifizierung von Fachkräften zu sichern;
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„Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung ist zukünftig mit immer mehr Patienten zu rechnen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, gleichzeitig nimmt die Anzahl der Menschen, die dafür erforderliche Leistungen erbringen können, ab“, sagt DIVI-Präsident Professor Michael Quintel. „Wir müssen uns dieser Herausforderung mit innovativen Konzepten stellen.“

Die Intensivmedizin hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Immer besser gelingt es Ärzten, selbst schwer kranken Patienten zu helfen. Doch die verantwortlichen Mediziner und Pflegekräfte stehen vor einer großen Aufgabe: Die Lebenserwartung steigt weiter und schon jetzt ist mehr als ein Viertel der Bevölkerung älter als 60. Damit steigt auch die Zahl der Menschen, die eine intensivmedizinische Betreuung benötigen. „Doch die Zahl der Ärzte und Pflegekräfte, die in diesem hochanspruchsvollen Bereich arbeiten wollen, sinkt und auch aufgrund struktureller Probleme ist es nicht einfach, neue Fachkräfte zu rekrutieren“, sagt Quintel. Zu den strukturellen Problemen zählt auch die Feminisierung der Medizin: „Auch hier müssen wir sehen, wie wir Arbeitsplätze in der Intensivmedizin attraktiv gestalten können.“

Kritisch gesehen wird das neue Berufsbild des Intensive Care Practitioner. „Ich sehe bislang noch nicht, welche Rolle diese Kräfte übernehmen und welche Aufgaben sie übernehmen sollen“, sagt der DIVI-Experte. Ähnliches gilt für das ebenfalls neue Berufsbild des Physician Assistant. Im Gegensatz zu Pflegekräften, die als autonome Berufsgruppe gelten, haben die Absolventen entsprechender Studiengänge per definitionem keinerlei eigene berufliche Autonomie.

Die DIVI hat bei ihrer Klausurtagung beschlossen, einen eigenen Weg zu gehen. Ein noch zu entwickelnder Fragebogen soll die Wünsche und Ziele der intensivmedizinischen Pflegekräfte identifizieren und helfen, diese besser einordnen zu können. Vor allem die Form und der Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. „Neben den bereits existierenden Kernkompetenzen der Ärzte in der Intensivmedizin sollen jetzt auch die Kernkompetenzen für die Pflegenden definiert werden“, sagt Quintel. „Denn eine weiterführende Qualifizierung für motivierte Intensivpflegende mit klar definierten Perspektiven ist dringend notwendig.“

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der Entwurf eines DIVI-Zertifizierungsverfahrens, das 2014 eingeführt werden soll und unter anderem auf dem Peer-Review-Prozess und einer strukturierten Datenerfassung beruhen wird. Neben dem bereits existierenden Strukturpapier für die Intensivstation sollen jetzt auch Strukturempfehlungen für die Bereiche „Weaning-Station“ (Langzeitbeatmung) und Intermediate Care (IMC) formuliert werden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.