Frühere Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und dem Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen nachweisen. Offenbar gilt dies aber auch für Luftverschmutzung und Schlaganfälle. Das behaupten Dr. Lynda Lisabeth von der University of Michigan School of Public Health in Ann Arbor, USA und ihre Arbeitsgruppe. Sie haben in einer Studie die „Brain Attack Surveillance in Corpus Christi (BASIC)“-Datenbank ausgewertet, in der die Daten von Bewohnern von Neuces County in Texas verzeichnet sind. Dieser Landkreis ist geeignet für Studien zur Umweltverschmutzung, weil dort 18 Ölraffinerien liegen.

In ihrer Studie untersuchte die Arbeitsgruppe alle ischämischen Schlaganfälle, die sich in diesem Landkreis zwischen 2001 und 2005 ereigneten. Von der „Texas Commission on Environmental Quality's monitoring operations database“ erhielten sie für jeden einzelnen Tag Daten zur meteorologischen Situation und zur Luftverschmutzung. Zu diesen Daten gehörten auch Angaben zur Feinstaubbelastung und Ozon.

Erstaunlicherweise war die Luftbelastung in Neuces County während des Untersuchungszeitraums trotz der Ölraffinerien im Durchschnitt relativ niedrig. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass dieser Landkreis in der Nähe der Küste liegt und die vorherrschende Windrichtung die Luftverschmutzung eher weg bläst.

Trotzdem konnte die Arbeitsgruppe einen direkten Zusammenhang zwischen der täglichen Luftverschmutzung und dem Risiko eines ischämischen Schlaganfalls und TIAs feststellen: Lag die Luft- und Feinstaubbelastung an einem bestimmten Tag und am Vortag über dem Durchschnitt, stieg die Zahl dieser Ereignisse jeweils um drei Prozent. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass dieser Zusammenhang auch bei relativ niedriger Luftverschmutzung nachgewiesen werden konnte.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Neurology