Mehr Telemedizin auf dem Land

Als Sieger des Wettbewerbs "Gesundheitsregionen der Zukunft" soll es - zusammen mit einem Projekt im Bereich Neckar-Alb und Stuttgart - insgesamt bis zu 15 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten. Ziel der Gesundheitsregion Fontane ist es, Hausärzte durch den Einsatz von Telemedizin zu unterstützen, die mit Biomarkern die Diagnostik und Therapiesteuerung verbessert. Biomarker sind Labor-Werte, die Bedeutung für die Prognose eines Krankheitsverlaufs haben.

Wie dringlich ein solches Projekt in Nordbrandenburg ist, erläuterte Friedrich Köhler, Oberarzt an der Charité in Berlin: "In dieser strukturschwachen Region wird die Einwohnerzahl bis 2030 um 22 Prozent sinken und das Durchschnittsalter deutlich steigen. Die Sterblichkeitsrate für Herz-Kreislauferkrankungen liegt hier bereits um 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt", so Köhler weiter.

Insgesamt zwölf Partner aus Wissenschaft und Technik, darunter die Charité und das Hasso-Plattner-Institut (HPI), fasst das Fontane-Projekt zusammen, das modellhafte Bedeutung für ganz Deutschland haben soll. In der Region wollen die Partner telemedizinische Prozess- und Produktinnovationen entwickeln und in wissenschaftlichen Studien testen. Innovative Versorgungsansätze sollen die technischen Neuentwicklungen begleiten. "Bisher bestand die ambulante Betreuung aus Patient, Hausarzt und Facharzt.

Dieses Dreieck vor Ort wird künftig zu einem ambulanten Viereck aus aktivem Patienten, Hausarzt, dem Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin in Berlin und einer ambulanten Kardiologiepraxis außerhalb des Patientenwohnorts", beschrieb Köhler den Projektansatz. Eine Kommunikations- und Vermittlungssoftware soll bei den kardiologischen Untersuchungen zum Einsatz kommen und die Verbindung zwischen Patient und Telemedizinzentrum über Mobilfunktechnik herstellen.

MEDICA.de; Quelle: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)