Patienten mit Osteoporose und Fragilitätsfraktur haben ein hohes Risiko für Folgefrakturen. Daher sollte neben der Akutversorgung das wichtigste Behandlungsziel sein, durch präventive Maßnahmen weitere Frakturen zu vermeiden. In einer multinationalen Befragung wurden niedergelassene und in der Klinik tätige Orthopäden zu ihrem Kenntnisstand bezüglich des Krankheitsbildes Osteoporose, der Hauptkomplikation Fragilitätsfraktur und der adäquaten Diagnostik und Therapie befragt. Die multinationale Untersuchung wurde von der Bone and Joint Decade (BJD) und der International Osteoporosis Foundation (IOF) initiiert.

Anhand eines strukturierten und multinational einsetzbaren Fragebogens erfragten die Studienleiter das Management der Prävention, Diagnostik und Therapie der Osteoporose im Vergleich unterschiedlicher Länder beziehungsweise Gesundheitssysteme und unterschiedlicher Arbeitsfelder. An der Befragung nahmen im Jahr 2002 neben Deutschland vier weitere europäische Länder und Neuseeland teil. Von den 5.700 in Deutschland verteilten Fragebögen wurden etwa 1.200 beantwortet.

Das zentrale Ergebnis der Befragung der deutschen Orthopäden war, dass sich unabhängig von der Art der Tätigkeit als Niedergelassener, Belegarzt oder Kliniker substanzielle Wissensdefizite bezüglich der adäquaten Diagnostik und Therapie der Osteoporose ergaben. Auch in Bezug auf präventive Maßnahmen taten sich Wissenslücken auf. Allerdings äußerten viele Befragte auch das Bedürfnis nach einer strukturierten Weiterbildung.

Um der wachsenden Bedeutung der Volkskrankheit Osteoporose gerecht zu werden, sollte nach Ansicht der Studienleiter ein strukturiertes Weiterbildungsangebot geschaffen werden. Erste Schritte dazu könnten die evidenzbasierten Kurse im Rahmen der „Zertifizierung zum Osteologen DVO” sein.

MEDICA.de; Quelle: Z Orthop Ihre Grenzgeb 2005, Vol. 143, S. 520-528