Mehr Zeit für psychosoziale Betreuung gefordert

Klinikärzte: Viel zu verwalten,
wenig Zeit fürs Gespräch
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Zu diesen Ergebnissen kommen Dr. Oliver Ommen und Dr. Christian Janßen in einer Studie des Institutes und der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität zu Köln.

Ein offenes, regelmäßig stattfindendes Gespräch ist neben dem Behandlungserfolg eine wesentliche Voraussetzung für zufriedene Patienten, so die Autoren der Studie. Ein respektvoller und einfühlsamer Umgang mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse sei ebenso wichtig für seine Zufriedenheit wie Information und Aufklärung über seinen Gesundheitszustand und die weitere medizinische Behandlung.

In der Studie befragten die Mediziner schwerstverletzte Patienten der unfallchirurgischen Stationen, da diese aufgrund ihrer langen Liegezeit und ihres häufigen Kontaktes mit dem medizinischen Personal als Experten der Versorgung im Krankenhaus angesehen werden können.

Die zunehmende Spezialisierung, die Entwicklung neuer Techniken die wirtschaftliche Situation des Gesundheitssystems und nicht zuletzt verschärfte rechtliche Aspekte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die ärztliche Diagnostik und Therapie immer mehr von der einfachen Untersuchung auf die Anwendung technischer Hilfsmittel verlagerte.

Vor allem die Personalknappheit infolge der angespannten Haushaltslage vieler Krankenhäuser und der große Dokumentations- und Verwaltungsaufwand, der zusätzlich zur reinen ärztlichen Tätigkeit zu leisten ist, führen verstärkt dazu, dass die Klinikärzte kaum noch in der Lage sind, die ihnen anvertrauten Patienten ausreichend psychosozial zu betreuen.

Ommen und Janßen leiteten aus den Ergebnissen ihrer Arbeit auch direkte Konsequenzen für die Ausbildung zukünftiger Mediziner ab: So fordern sie eine verstärkte Einbindung der psychologischen und sozialen Fächer in die medizinische Ausbildung.

MEDICA.de; Quelle: Universität zu Köln