Mehrheit spricht sich dafür aus

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Über alle Berufsgruppen hinweg sind die Befürworter des Kündigungsschutzes deutlich in der Mehrheit. Bei den angelernten Arbeitern sprechen sich 46 Prozent sogar für eine weitere Stärkung aus.

Arbeitslose plädieren sogar zu einem guten Drittel für einen Ausbau des Kündigungsschutzes. Die große Mehrheit unter ihnen bevorzugt einen starken Kündigungsschutz. 36 Prozent plädieren dafür, die Schutzrechte auszubauen, 47 Prozent wollen sie unverändert beibehalten. Nur 16 Prozent sind für eine Einschränkung oder Abschaffung.

Zu ähnlichen Werten kamen Wissenschaftler der Universitäten Hannover und Jena 2004 bei einer Befragung. Der Hannoveraner Forscher Christian Pfeifer interpretierte den Befund damals so: Er spreche dafür, "dass Arbeitslose aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen den Schutz vor Kündigungen als notwendig erachten und ihn weniger hinderlich bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz empfinden".

Diese Einschätzung passt zur jüngsten Arbeitsmarktentwicklung. Im konjunkturellen Aufschwung sank die Arbeitslosigkeit, ohne dass am Kündigungsschutz etwas geändert worden wäre. Und sie deckt sich mit Daten, die eine Forschungsgruppe um die Arbeitsrechtlerin Professor Heide Pfarr gewonnen haben.

In beiden Forschungsprojekten wurden unabhängig voneinander insgesamt 2.750 Personalverantwortliche befragt. Zentrales Ergebnis: Entscheidend für Einstellungen ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, der Kündigungsschutz spielt für die meisten Personaler eine untergeordnete Rolle.

MEDICA.de; Quelle: Hans-Böckler-Stiftung