Migräne ist eine häufige Erkrankung. Dennoch weiß man erstaunlicherweise recht wenig über den zeitlichen Verlauf der Krankheit. Unklar war bislang unter anderem, ob die Erkrankung progressiv ist oder nicht. Jetzt kommen dazu Langzeitdaten aus Schweden, die auf dem „American Headache Society 49th Annual Scientific Meeting“ vorgestellt wurden.

Durchgeführt wurde die Studie an der Gothenburg Migraine Clinic. 374 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 55.5 Jahren nahmen daran teil. Alle litten an episodischer Migräne mit einer bis sechs Migräneattacken pro Monat. Zwischen 1994 und 2006 wurden alle Probanden regelmäßig angerufen. Dabei erkundigten sich die Studienleiter unter anderem nach Veränderungen in Bezug auf die Migräneattacken.

Während des zwölfjährigen Untersuchungszeitraums verschwand die Migräne bei 110 (29 Prozent) der Patienten von alleine. Unter den 264 Patienten, die während des gesamten Zeitraums an Migräne litten, veränderte sich bei 80 Prozent die Frequenz der Attacken. Wiederum 80 Prozent von diesen berichteten darüber, dass sich die Zahl der monatlichen Attacken vermindert habe. Bei 55 Prozent der Patienten hatte sich zudem die Dauer der Migräneattacken verändert, in zwei Drittel der Fälle waren sie kürzer geworden.

Bei 66 Prozent der Befragten veränderte sich zudem die Intensität der Attacken: 84 Prozent berichteten über weniger schmerzhafte Attacken. Lediglich bei sechs Personen (1,6 Prozent) entwickelte sich eine chronische Migräne.

Obwohl die Migräne im Laufe der Jahre also nachzulassen scheint, berichten viele Patienten über eine verminderte Lebensqualität: Das Zusammenleben mit der Familie ist durch die Migräne erschwert und sie fehlen häufiger bei der Arbeit. 78 Prozent der Migränepatienten waren mit ihrer Medikation zufrieden. Die meisten nahmen Wirkstoffe aus der Gruppe der Triptane ein.

MEDICA.de; Quelle: American Headache Society Annual Scientific Meeting 2007, abstract 21