Mensch bleibt unersetzlich in Klinik

Noch kann der Mensch es besser
als jedes Programm
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KI-Wissenschaftler aus Deutschland forschten sechs Jahre lang in verschiedenen Teilprojekten, ob die Software den Menschen bei der Steuerung komplexer logistischer Prozesse schon ersetzen kann.

Dank Künstlicher Intelligenz erkennt der Agent eine bestimmte Situation, koordiniert alle notwendigen Teilschritte eines komplexen Ablaufs und erzielt so ein optimales Ergebnis. Wie ein Schachcomputer wird der Agent dazu mit Basisregeln vertraut gemacht, woraufhin er in der Lage ist, eine Unmenge möglicher Spielsituationen selbstständig zu erfassen und seine Züge danach auszurichten.

"Der Agent arbeitet proaktiv und kann auf unvorhergesehene Situationen reagieren, während klassische Softwaresysteme nur einem vorab festgelegten Bearbeitungsverfahren, einem Algorithmus folgen können", erläutert Prof. Dr. Stefan Kirn vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik II der Universität Hohenheim. Im Teilprojekt ADAPT (Adaptive Multiagent Process Planning & Coordination in Healthcare) hatte Prof. Dr. Kirn und sein Team die Technologie eingesetzt, um Abläufe bei klinischen Studien zu simulieren.

"Klinische Studien sind Voraussetzung, um neue Medikamente zugelassen zu bekommen", erklärt Prof. Dr. Kirn. Wichtig ist deshalb, dass exakte Behandlungspläne angewandt werden, die strikt einzuhalten sind. So werden die Medikamente in bestimmten Zeitintervallen verabreicht, medizinische Untersuchungen zur Überwachung müssen zu genauen Zeitpunkten erfolgen.

Vor dem tatsächlichen Praxiseinsatz von KI sehen die Wissenschaftler jedoch noch Forschungsbedarf, insbesondere in den Engineering-Methoden: "Wichtig ist, dass wir in den nächsten Jahren den Programmieraufwand weiter reduzieren und die Arbeit des Agenten transparenter machen, um die Akzeptanz unter den Ärzten und anderen Nutzern zu erhöhen", sagt Kirn. Bislang sei der Aufwand sehr hoch, den Agenten mit den Basisregeln seiner Umgebung zu füttern.

MEDICA.de; Quelle: Universität Hohenheim