Der weibliche Menstruationszyklus ist bei Epidemiologen sehr beliebt. Kann er doch in Umweltstudien als Indikator für endokrine Funktionen dienen. Merkwürdigerweise wurde aber bislang noch kaum der Zusammenhag zwischen Menstruationszyklus und Fertilität untersucht.

Das holte jetzt eine Studie mit 470 Frauen nach. Prospektiv sollte untersucht werden, ob die Länge des Zyklus oder die Blutungslänge mit der Fertilität oder Spontanaborten korreliert. Die Frauen wurden gebeten, ein Tagebuch zu führen, in dem sie Tag für Tag Auskunft gaben über Blutungen, Geschlechtsverkehr, Verhütungsmethoden und andere Variablen. In jedem Zyklus gaben die Frauen zwei Mal Urin ab, bei dem man das Humane Choriongonadotropin (HCG) testete. Alle Frauen wurden ein Jahr oder bis zum Ende einer Schwangerschaft nachverfolgt. 38 Prozent der Frauen wurden schwanger (207 Schwangerschaften). 30 Prozent der Schwangerschaften endeten in Spontanaborten.

Zykluslängen von 30 bis 31 Tagen haben offenbar die höchsten Schwangerschaftserfolge. Kürzere Menstruationszyklen haben eine 40 Prozent geringere Chance auf Schwangerschaft. Sehr lange Zyklen von mehr als 31 Tagen beziehungsweise solche Zyklen, die besonders kurz waren, also weniger als 30 Tage dauerten, hatten ein dreifach höheres Risiko auf Spontanabort.

Am häufigsten wurden die Frauen dann schwanger, wenn die Blutung vor der Empfängnis mindestens fünf Tage gedauert hatte. Dauerten die Blutungen aber länger, war die Chance auf eine nachfolgende Befruchtung 60 Prozent geringer.

Kürzere Menstruationszyklen sind wahrscheinlich auf eine kürzere Follikelphase zurückzuführen. Von dieser weiß man, dass sie die Fruchtbarkeit erniedrigt. Eine verkürzte Lutealphase senkt die Qualität der Oozyten.

MEDICA.de; Quelle: Epidemiology 2006, Vol. 17, S. 52-60