Merkmale der Darmschleimhaut

Die Darmschleimhaut selbst liefert hier die Auskunft dadurch, wie sie sich dem ärztlichen Blick präsentiert. „Die EHEC-Infektion geht mit einer Reihe relativ typischer Charakteristika der Darmschleimhaut einher“, erklärt Professor Helmut Neumann von der Medizinischen Klinik 1 und zählt auf: „Schwer entzündete Schleimhaut mit punktförmigen Einblutungen und einer ausgeprägten Schwellung.“

Die Schwellung entwickelt sich auf Kosten des Hohlraums (Lumen) im Verdauungsorgan und kann bis zu einer Stenose, einer bedrohlichen Verengung der Darmschleimhaut, führen. Die Schleimhaut weist weiterhin oberflächliche Verletzungen auf, berichtet Neumann, zugleich Inhaber einer W1-Professur für Molekulare Endoskopie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

In vielen der haarfeinen Kapillaren der Darmschleimhaut behindern Thromben die Durchblutung. Ein so schweres Krankheitsbild ließ für die Mediziner im konkreten Fall eines Augsburger Patienten nur den Schluss auf eine Infektion durch den neuartigen EHEC-Erreger zu. Das weitere Vorgehen in der Diagnostik und insbesondere die geeignete Therapie hingen davon ab.

Endoskop und feingewebliche (histologische) Untersuchungen ermöglichten den Befund. Für die Histologie wandte sich die Diako Stadtklinik Augsburg an das pathologische Institut des Klinikums Bayreuth. Die Pathologie der Universität Graz bestätigte die Diagnose EHEC. In der Erlanger Universitätsklinik wurden alle Befunde gesammelt, um den Kolleginnen und Kollegen weltweit aufschlussreiche Einblicke und Grundlagen für eine noch effektivere Diagnostik und Therapie zu liefern.

Mit mehr als 4.000 Infektionen und 49 Todesopfern war die EHEC-Epidemie in Europa eine der schwersten, die die Welt bis heute kennt.


MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg