In einer Studie sollte die Häufigkeit von immunologischen Reaktionen bei Metall-Metall-Gleitpaarungen dargestellt werden. Dazu analysierten Wissenschaftler zwischen Januar 1997 und Januar 2002 eine konsekutive Serie von 13 Revisionen einer Hüfttotalendoprothese mit Metall-Metall-Gleitpaarungen auf eine verzögerte Sensibilisierung ("delayed type of hypersensitivity", DTH). Das durchschnittliche Alter der acht Frauen und fünf Männer betrug 58,7 Jahre, die Standdauer der Prothesen 45 Monate.

Indikation zur Revision waren zwölfmal progrediente Osteolysen des proximalen Femur und einmal eine Gelenkinstabilität. Alle Patienten wurden klinisch-radiologisch durchschnittlich 52 Monate nachuntersucht.

Histologisch und mikrobiologisch ergab sich kein Hinweis für einen Infekt. In zehn Fällen (76,9 Prozent) wurden perivaskuläre lymphozytäre Infiltrate als Hinweis auf eine DTH gefunden. Nach Wechsel der Gleitpaarung und Ausräumung der Osteolysen bildeten sich diese dauerhaft zurück.

Die Rückbildung der Osteolysen gibt einen starken Hinweis auf eine immunologisch mitbedingte Osteolysebildung. Daher muss die Indikation für Metall-Metall-Gleitpaarungen bei insbesondere jungen Patienten angesichts der Zunahme allergischer Reaktionen auf Nickel, Chrom oder Kobalt kritisch überdacht werden.

MEDICA.de; Quelle: Der Orthopäde 2005, DOI: 10.1007/s00132-004-0761-x