Metastasen durch Hitze zerstören

Foto: Chirurgen im OP

Tumoren müssen heute nicht mehr
zwangsläufig operativ entfernt
werden; © NCI Visuals Online

Unter der Leitung von Professor Thomas Vogl, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde bei einer Gruppe von Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen, die nicht operativ entfernt werden konnten, das Verfahren der laserinduzierten Thermotherapie (LITT) durchgeführt. Dabei stellten die Mediziner fest, dass diese minimal-invasive Methode das Immunsystem der Patienten aktiviert und somit möglicherweise zu einem verlängerten Überleben beiträgt.

Lebermetastasen sind ein häufiges Problem vor allem bei Darmkrebs. Die operative Entfernung der Metastasen ist medizinischer Standard, allerdings nicht immer möglich. Hier kommen Verfahren wie die Laserinduzierte Thermotherapie (LITT) und die Radiofrequenzablation (RFA) zum Einsatz. Bei beiden Methoden wird durch eine Sonde Hitze in den Körper eingeführt, die Metastase punktiert und solange Hitze zugeführt bis der Tumor zerstört ist.

Für die Studie der Universitätskliniken Frankfurt und Erlangen wurden elf ausgewählte Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen mittels LITT behandelt. Die Patienten waren durchschnittlich 66,7 Jahre alt und konnten alle operativ nicht behandelt werden.

94 Prozent der LITT-Patienten waren beispielsweise ein Jahr nach Behandlungsbeginn noch am Leben. Das sind genauso viele wie nach einer Operation. Allerdings haben LITT und RFA den Forschern zufolge neben der Aktivierung des Immunsystems noch zwei entscheidende Vorteile: Sie sind minimal-invasiv und dadurch für den Patienten angenehmer, weniger belastend und nahezu schmerzfrei. Andererseits kann eine Behandlung ambulant stattfinden. So können wir dem Patienten aus medizinischer Sicht optimal helfen und seine Lebensqualität wird bei guten Überlebenschancen nicht wesentlich eingeschränkt.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität