Obwohl sich gezeigt hat, dass Metformin die Anovulation bei Frauen wirksam beeinflussen kann, wird in der Regel Clomiphencitrat eingesetzt, um eine Ovulation zu induzieren. Studien zum direkten Vergleich der beiden Wirkstoffe waren bislang selten.

Nun haben italienische Wissenschaftler genau dies untersucht. 100 normalgewichtige anovulatorische Frauen mit primärer Infertilität und PCOS erhielten randomisiert sechs Monate lang Metformin (850 mg zwei Mal täglich) plus Placebo oder Clomiphencitrat (150 mg fünf Tage lang ab dem dritten Tag einer Progesteron-Entzugsblutung) plus Placebo.

In beiden Gruppen war die Rate der Ovulationen etwa gleich hoch: 62,9 Prozent unter Metformin und 67,0 Prozent unter Clomiphencitrat. Allerdings wurden signifikant mehr Frauen unter Metformin schwanger als unter Clomiphencitrat (15,1 Prozent versus 7,2 Prozent, p gleich 0.009). Außerdem lag in dieser Gruppe die Zahl der Fehlgeburten niedriger (9,7 Prozent versus 37,5 Prozent, p gleich 0.045).

In Bezug auf Lebendgeburten gab es einen nicht-signifikanten positiven Trend zugunsten der Metformin-Gruppe (83,9 Prozent versus 56,3 Prozent). Sechs Monate nach Behandlungsbeginn zeigte sich unter Metformin bei 6,7 Prozent der Frauen eine Oligomenorrhoe oder Amenorrhoe, in der Vergleichsgruppe dagegen bei 34 Prozent der Frauen.

Sowohl Meformin als auch Clomiphencitrat wurden gut vertragen. Nur wenige Frauen in beiden Gruppen brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.

Metformin und Clomiphencitrat sind gleichermaßen gut geeignet, ein PCOS bei Frauen zu behandeln. In Bezug auf die Infertilität jedoch scheint Metformin nach dem Ergebnis dieser Studie dem Vergleichswirkstoff überlegen zu sein. Weitere Studien sollen zeigen, ob dies Auswirkungen auf die Rate an Lebendgeburten hat.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2005, Rapid Electronic Publications