Migranten gesundheitlich nicht benachteiligt

Foto: Kind mit Migrationshintergrund

Eine Trennung von der Familie im
Heimatland kann sich negativ auf
die Gesundheit auswirken; © SXC

Die neue KiGGS-Auswertung informiert erstmals differenziert über den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Veröffentlichung enthält umfassende Analysen zum Gesundheitsverhalten, zur körperlichen und subjektiven Gesundheit sowie zur Inanspruchnahme von Früherkennungs- untersuchungen und Schutzimpfungen. Außerdem geht sie auch auf methodische Aspekte der Erfassung eines "Migrationshintergrundes" ein.

Für den GBE-Schwerpunktbericht über die Gesundheitssituation der erwachsenen Migranten wurden vor allem die amtliche Statistik sowie Daten der Sozial- und Gesundheitsberichterstattung ausgewertet.

Beide Publikationen belegen, dass Migranten eine sehr heterogene Gruppe sind. Die gesundheitliche Situation kann in Abhängigkeit von Herkunftsland, Geschlecht, Alter und Aufenthaltsdauer variieren. Die Ursachen für unter Migranten verstärkt auftretende Gesundheitsprobleme, zum Beispiel bestimmte Infektionskrankheiten, Übergewicht oder schlechtes Mundgesundheitsverhalten, können vielfältig sein.

Zum einen gehören Migranten überproportional häufig zu sozial benachteiligten Schichten, deren Gesundheitszustand auch bei Nicht-Migranten schlechter ist. Zum anderen gibt es Unterschiede im Lebensstil, bei den Ernährungsgewohnheiten, bei den Wertmaßstäben, etwa die Auffassung vom kindlichen Übergewicht als Zeichen besonderer Gesundheit. "Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht grundsätzlich gesundheitlich benachteiligt", betont Bärbel-Maria Kurth, Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung im RIK.

Schützende Faktoren wie zum Beispiel gesundheitsfördernde soziale Netzwerke oder ein kulturell bedingter niedrigerer Alkoholkonsum wirken sich positiv auf die Gesundheit der Mitbürger mit Migrationshintergrund aus.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut