Migranten in Weiterbildung fördern

Migranten haben häufiger Probleme, Erklärungen und Übungsaufgaben zu verstehen und dem Unterrichtstempo zu folgen. In der beruflichen Weiterbildung wünschen sie sich daher vor allem zusätzliche Unterrichtsstunden und mehr schriftliche Lernmaterialien wie etwa Glossare mit ausführlichen Erläuterungen von Fachausdrücken.

Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer Weiterbildungsmaßnahme ist die Kompetenz des Lehrpersonals. Trainerinnen und Trainer von Kursen mit Teilnehmern unterschiedlicher Herkunft sollten daher didaktische und methodische Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen, um auch die Lernsituation von Zweitsprachlern angemessen zu berücksichtigen. Außerdem sollten in der Lage sein, die Zugehörigkeit aller Teilnehmenden zur Lerngruppe zu unterstützen und dabei das Merkmal der Herkunft weder ausblenden noch überbetonen.

Im Interesse einer besseren Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt sind darüber hinaus weitere Schritte notwendig, so auch die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise: Migranten sollte ein besserer Zugang zu einer Tätigkeit ermöglicht werden, die ihren vorhandenen Qualifikationen entspricht. Dazu ist es notwendig, Regelungen zur Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen, die im Ausland erworben wurden, neu zu fassen oder zu vereinheitlichen. So wird auch eine Vergeudung von dringend benötigten fachlichen Ressourcen vermieden.

Wenn im Ausland erworbene berufliche Abschlüsse nicht pass-genau an die Erfordernisse des deutschen Arbeitsmarktes anschließen, aber teilweise anerkannt werden, sind Anpassungsqualifizierungen sinnvoll. Entsprechende Konzepte werden für Ärztinnen und Ärzte erprobt, sind aber zum Beispiel auch für Lehrerinnen und Lehrer, Handwerkerinnen und Handwerker oder nichtärztliche Gesundheits-Fachberufe sinnvoll.

MEDICA.de; Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung