Milch senkt das Schlaganfallrisiko

Die Milch macht's also doch!
© Hemera

Eigentlich haben frühere Studien etwas ganz anderes vermuten lasen. Demnach sollte Milch angeblich das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen erhöhen. Zum einen treibt Milch den Cholesterinspiegel nach oben, zum Zweiten haben epidemiologische Studien nachgewiesen, dass in Ländern mit hohem Milchkonsum auch die Rate von Herzerkrankungen höher ist.

Nun kommt aber mehr als nur Entwarnung von der "Caerphilly-Kohortenstudie" aus Südwales. Daran nahmen Männer teil, die zu Beginn der Studie in den Jahren 1979 bis 1983 zwischen 45 und 59 Jahren alt waren. 665 Männer dieser Studie wurden damals gebeten, sieben Tage lang akribisch Buch über ihre Nahrungsaufnahme zu führen. Daraus errechneten die Wissenschaftler dann die Aufnahme von Milch. Während der folgenden 20 Jahre sammelten die Studienleiter dann von allen Männern Daten zu Tod, Todesursachen und anderes mehr.

Beim Vergleich der Daten zur Milchaufnahme mit Tod und Todesursachen zeigte sich ganz klar: Jene Männer, die damals durchschnittlich viel oder viel Milch tranken hatten gegenüber den Milchverächtern ein 48 Prozent geringeres Risiko, einen ischämischen Schlaganfall zu erleiden und ein zwölf Prozent geringeres Risiko für eine ischämische Herzerkrankung. In Bezug auf die Gesamtmortalität unterschieden sich beide Gruppen nicht signifikant voneinander.

Die Resultate in Bezug auf ischämische Herzschäden sind nicht eindeutig. Deutlich dagegen der protektive Effekt der Milch bezüglich des Schlaganfallrisikos.

Die Autoren geben zu bedenken, dass ihre Studie Schwäche hatte. So wurden bestimmte Einflüsse zu wenig berücksichtigt. Männer, die nur wenig Milch tranken, nahmen zum Beispiel mehr Alkohol zu sich. Allerdings reichen die Daten ihrer Meinung nach aus, um die Milch von allen Anschuldigungen bezüglich ihrer vaskulären Wirkung freizusprechen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Epidemiology and Community Health 2005, Vol. 59, S. 502-505