Bild: Kühe auf einer Alm 
Rohe Milch birgt Gefahren,
senkt aber auch das Heu-
schnupfenrisiko; © Pixelio.de

So bedarf es weiterer Forschungen für die Entwicklung eines sicheren Lebensmittelprodukts, das einen wirksamen Schutz gegen diese verbreiteten Kinderkrankheiten bietet. Forscher aus Europa und den USA haben 14.893 Kinder im Alter zwischen fünf und dreizehn Jahren untersucht. Die Forscher haben herausgefunden, dass Kinder, die regelmäßig Milch direkt vom Bauernhof tranken, weniger an Heuschnupfen und Asthma litten.

Eine tiefere Häufigkeit an diagnostiziertem Asthma war auch bei allen Milchprodukten zu beobachten, die direkt auf einem Bauernhof produziert wurden. Auch der Verzehr von Freilandeiern schützte vor Heuschnupfen. Jedoch boten diese Produkte nur dann einen erhöhten Schutz, wenn die Kinder auch unpasteurisierte Bauernmilch tranken. Auf die Intensität von atopischen Ekzemen auf der Haut hatte keines der Bauernhofprodukte eine Auswirkung.

"Sämtliche Kinder, welche Milch direkt vom Bauernhof trinken, zeigen denselben Schutzlevel gegen Asthma und Allergien, ungeachtet dessen, ob sie auf einen Bauernhof leben oder nicht", sagt der Hauptautor Dr. Marco Waser vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel.

Dies ist insofern eine wichtige Erkenntnis, als sie andere Schutzfaktoren ausschließt, die das Leben als Landwirt aufweisen könnte, wie zum Beispiel die Exposition gegenüber mikrobiellen Substanzen in Tierstaub und auf dem Hof. So haben frühere Studien gezeigt, dass Bauernkinder trotz ihrer höheren Exposition weniger häufig gegen Pollen sensibilisiert sind.

"Unsere Forschungen haben gezeigt, dass Kinder, welche die beste Schutzwirkung vor Asthma und Allergien aufwiesen, seit ihrem ersten Lebensjahr Bauernmilch tranken", so Waser. Etwa die Hälfte der befragten Eltern, deren Kinder regelmäßig Bauernmilch tranken, gab an, die Bauernmilch vor dem Verzehr nicht zu kochen. Die Schutzwirkung war indes dieselbe, ungeachtet dessen, ob die Milch gekocht wurde oder nicht.

MEDICA.de; Quelle: Universität Basel