03/08/2011

timm-Clustermanagement TransMIT Gesellschaft f., Technologietransfer mbH

Millionen für die Forschung

Das Hessische Wissenschaftsministerium (HMWK) hat die Entscheidungen der vierten Staffel der Exzellenzinitiative „LOEWE“ (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) bekannt gegeben: Die Philipps-Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Technische Hochschule Mittelhessen waren erfolgreich.

Gefördert wird demnach der Schwerpunkt „Non-neuronale cholinerge Systeme“ unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), an dem die Philipps-Universität und auch die Goethe-Universität Frankfurt beteiligt sind. „Wir freuen uns, dass die Konzepte unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Anerkennung gefunden haben und sind gespannt auf die Ergebnisse, die sie in den kommenden Jahren erzeugen werden“, sagte Professor Frank Bremmer, Vizepräsident für Forschung, Nachwuchs und Wissenstransfer. „Das LOEWE-Förderprogramm hat die Forschungspotenziale der Philipps-Universität wesentlich gestärkt. Es unterstützt mit den heutigen Entscheidungen die nachhaltige Aufbauarbeit in Marburg, gerade auch in interdisziplinären Kooperationen in der Philipps-Universität und in Netzwerken mit anderen hessischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen“, hob die Präsidentin, Professorin Katharina Krause, hervor.


Im Schwerpunkt „Non-neuronale cholinerge Systeme“ geht es um Mechanismen der Aufrechterhaltung der Körperbarriere und -integrität, die bisher nur in Teilen verstanden sind: Acetylcholin ist Überträgerstoff im Nervensystem und als Signalmolekül in Bakterien, Einzellern, Pflanzen und vielen Säugerzellen außerhalb des Nervensystems vorhanden, insbesondere an Körperoberflächen und im Abwehrsystem („non-neuronales cholinerges System“). Störungen dieses Systems führen zu Erkrankungen. Ziel des „LOEWE“-Schwerpunkts ist es, die molekularen und zellulären Komponenten dieses Regulationssystems unter gesunden und krankhaften Bedingungen zu entschlüsseln und daraus therapeutische Nutzungen zu ermöglichen. Dieser Schwerpunkt wird von 2012 bis 2014 mit rund 3,7 Millionen Euro gefördert.



Das HMWK entschied außerdem, dass die Schwerpunkte „Tumor und Entzündung“ und „Biomedizinische Technik – Bioengineering & Imaging (BioIM)“, die in der ersten „LOEWE“-Staffel erfolgreich waren, eine Auslauffinanzierung erhalten. „Tumor und Entzündung“ unter der Leitung des Marburger Professors Dr. Rolf Müller vom Institut für Molekularbiologie und Tumorforschung erhält bis 2012 rund 1,4 Millionen Euro. Das Forschungsinteresse gilt in erster Linie chronischen Entzündungsreaktionen während der Tumorentstehung und Progression. Kooperative Netzwerkstrukturen zwischen den Arbeitsgruppen aus den verschiedenen Bereichen konnten in den vergangenen Jahren erfolgreich etabliert werden und stellen die Rahmenbedingungen für eine exzellente Forschung dar.


Rund 1,7 Millionen Euro bis 2013 wurden dem von der Technischen Hochschule Mittelhessen koordinierten Schwerpunkt „Biomedizinische Technik – Bioengineering & Imaging (BioIM)“ zugesprochen, an dem die Philipps-Universität beteiligt ist. Schwerpunkte in der Forschung sind die Standardisierung der Herstellung, die Prozesskontrolle, eine Optimierung von Zellkultivierungssystemen sowie die Entwicklung von zulassungsgerechten nano- und mikropartikulären Transportsystemen.

Damit werden in einem strengen Wettbewerb die herausragende Qualität der bisherigen Arbeiten in diesen „LOEWE“-Schwerpunkten und die Erfolgsaussichten für die laufenden Forschungen gewürdigt.