Norddeutschland: Mini-Herzschrittmacher per Katheter

14.04.2014
Foto: Herzquerschnitt mit Katheter

Der Mini-Schrittmacher im vergrößert dargestellten Herzen; © St. Jude Medical

In der kardiologischen Abteilung der Asklepios Klinik St. Georg erhielten zwei Patienten einen neuen Miniatur Schrittmacher, der ohne Elektroden auskommt. Das Gerät ist kleiner als eine Füllerpatrone und wird mittels Katheter direkt im Herzen eingesetzt – und kann so auch wieder entfernt werden. Eine Operation ist nicht notwendig. Die Kardiologie in St. Georg unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck ist die erste Klinik in Norddeutschland, die den neuen Schrittmacher eingesetzt hat.

„Der neue Schrittmacher ist nicht nur viel kleiner, sondern wir können ihn auch direkt im Herzen selbst verankern“, erklärt Kuck, Chefarzt der Kardiologischen Klinik der Asklepios Klinik St. Georg. „Damit sind Elektroden überflüssig und man benötigt auch keine Operation für eine Tasche im Brustkorb. Der Schrittmacher wird mit einem Katheter aus der Leiste bis ins Herz geschoben und dort verankert.

Schlägt das Herz zu langsam, von Ärzten auch „Bradykardie“ genannt, wird heute ein Herzschrittmacher implantiert der bei Bedarf den Rhythmus vorgibt. Diese Schrittmacher gibt es seit mehr als 50 Jahren. In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 75.000 Menschen einen Schrittmacher. Der neue Schrittmacher hat für den Patienten die Vorteile, dass ohne Operation auch keine Wunde anfällt, es somit keine Narbe gibt und auch kein Infektionsrisiko besteht. Der Mini-Schrittmacher kann zur Zeit nur in der Herzkammer implantiert werden, Systeme zur Implantation im Herzvorhof sind noch in der Entwicklung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen benötigt der Schrittmacher aber keine Sonde, da er direkt im Herzen verankert ist. Dadurch können Komplikationen, wie ein Bruch der Sonde oder ein Verrutschen der Sonde nicht auftreten. Wenn nach neun bis 13 Jahren je nach Auslastung die Batterie einen Wechsel erforderlich macht, kann der Mini-Herzschrittmacher wieder per Katheter entfernt und ausgetauscht werden. Damit ist auch die Lebensdauer und Leistung der Miniaturgeräte den großen Schrittmachern ebenbürtig.

MEDICA.de; Quelle: Asklepios Kliniken Hamburg GmbH