Miniatur-Schlucksonde für Herz-Ultraschall

Erstmals steht ein solches Instrument nun auch dem Kinderherzzentrum am Universitätsklinikum Bonn zur Verfügung. Gerade bei komplizierten Eingriffen an den oft nur walnuss- bis mandarinengroßen Herzen ist eine unterstützende Bildgebung mittels Ultraschall eigentlich unverzichtbar. Nur so können risikoreiche Operationsschritte unter besserer Sichtkontrolle durchgeführt werden. „Eigentlich, denn bislang waren die auf dem Markt verfügbaren Schlucksonden zu groß, um sie in die Speiseröhre von kleinen Neugeborenen einführen zu können", so Professor Johannes Breuer, Leiter der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Bonn. Bislang mussten sich die Ärzte mit Röntgenaufnahmen durch die Haut behelfen. Dieses Verfahren ist jedoch unter anderem mit erheblichen Einbußen hinsichtlich der Bildqualität verbunden.

Moderne Miniatur-Schlucksonden, deren Durchmesser mit 7,5 Millimetern nur noch ein Drittel der bislang kleinsten Größe aufweist, können auch bei den allerkleinsten Patienten in die Speiseröhre eingeführt und dort positioniert werden. „Dort ist Darstellung der Herzstruktur und der großen herznahen Gefäße störungsfrei, da beispielsweise die in den Lungen enthaltene Luft oder die Rippen die Bildgebung nicht stören", sagt Breuer. „Über die Miniatur-Sonde können wir bei komplizierteren Katheterinterventionen die Eingriffe sozusagen ,von außen' steuern und mit deutlich geringerem Risiko für die kleinen Patienten durchführen."


MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Bonn