Selbst wenn Methicillin-resistente Staphylococcus aureau (MRSA) empfindlich sind gegen Vancomycin, definiert als minimale Hemmkonzentration (minimum inhibitory concentration: MIC) von höchstens 2 Mikrogramm (mcg)/ml, kommt es nicht selten zum Therapieversagen dieses Antibiotikums. Dies kann an Veränderungen der MIC liegen. Für Patienten, die mit MRSA infiziert sind, ist es daher wichtig, das geeignete Antibiotikum in der richtigen Dosis zu finden. In einer Studie wurde nun untersucht, ob die MIC von Vancomycin einen Einfluss auf die Mortalität bei MRSA-infizierten Patienten hat.

Dazu untersuchten Experten 414 Fälle einer MRSA-Bakteriämie aus den Jahren 1991 bis 2005. In 246 Fällen hatten die Ärzte nicht ausreichend mit Antibiotika therapiert. Bei 130 weiteren Fällen verabreichten die behandelnden Ärzte empirisch Vancomycin bei Isolaten mit einer Vancomycin-MIC von 1,5 bis 2 mcg/ml.

Wie sich zeigte, gibt es offenbar Risikofaktoren, die die Mortalität bei MRSA-Patienten erhöhen: Dazu gehört eine empirische Vancomycintherapie bei einer Vancomycin-MIC von 2,0 mcg/ml, eine ungenügende empirische Therapie, höheres Lebensalter, eine Kortikosteroidtherapie und eine potentiell tödliche Grunderkrankung. Die relativen Risiken für diese Risikofaktoren liegen zwischen 1,02 und 10,2.

Allerdings gab es auch noch einen Nebenbefund: Hatten Patienten mit MRSA eine Vancomycin-MIC von 2,0 mcg/mL, dann sank das Risiko eines Schocks um 67 Prozent. Die Studienleiter vermuten, dass dies an den veränderten Zellwänden liegen könnte. Diese erhöhen zwar einerseits das Mortalitätsrisiko, senken aber andererseits das Risiko eines Schocks.

MEDICA.de; Quelle: Clinical Infectious Diseases 2008, Vol. 46, S. 193-200