Die Myelofibrose ist eine bestimmte Leukämieform, bei der eine Mutation des Gens JAK2 vorliegt. Die einzige Therapieform, ist die Transplantation von Blutstammzellen eines Knochenmarkspenders. Wegen der vorgeschalteten Chemotherapie kam diese so genannte allogene Stammzelltransplantation bisher jedoch nur für jüngere Patienten in Betracht.

Die Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) -Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Nicolaus Kröger, Interdisziplinäre Klinik für Stammzelltransplantation, hat in den letzten Jahren eine verträglichere Methode zur allogenen Stammzelltransplantation bei älteren Patienten entwickelt. Sie baut auf der bereits bekannten Tatsache auf, dass bei einer Transplantation vor allem die neuen Immunzellen des Spenders für die erfolgreiche Bekämpfung der Leukämiezellen wichtig sind.

Bei dem neuen Transplantationsverfahren wird daher die Dosis der vorausgehenden Chemotherapie so reduziert, dass nicht mehr - wie bisher - das gesamte körpereigene Knochenmark zerstört wird, sondern nur noch so viel, dass die Stammzellen des Spenders anwachsen können. Diese neue Transplantationsmethode wird seit einiger Zeit europaweit in einer Phase-II-Studie erprobt.

Den Forschern gelang es nun, Untersuchungsmethoden zu entwickeln, mit denen auch noch geringste Resterkrankungen auf molekularer Ebene nachgewiesen werden können. Waren bisherige Verfahren in der Lage, krankheitstypische Marker in einer Konzentration von 1:100 nachzuweisen, so machen die neuen Untersuchungsmethoden diese Marker noch in einer Konzentration von 1:10 000 ausfindig.

Mithilfe dieser neuen Testverfahren wurde gezeigt, dass die meisten der mit der verträglichen Transplantationsmethode behandelten Patienten keine Resterkrankung mehr aufwiesen. Sofern doch noch eine minimale Resterkrankung auf molekularem Niveau vorhanden war, konnte diese durch die erneute Gabe von Abwehrzellen des Spenders erfolgreich behandelt werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf