03.08.2011

timm-Clustermanagement TransMIT Gesellschaft f., Technologietransfer mbH

Ministerin Schavan stellte neue Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung vor

Bundesministerin Annette Schavan
Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat in Berlin die neuen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung offiziell vorgestellt. An dreien ist die Justus-Liebig-Universität beteiligt, davon an einem federführend.

"Damit schlagen wir ein neues Kapitel in der Gesundheitsforschung auf, zum Wohle der Patienten in Deutschland", sagte Schavan. Die Zentren würden optimale Forschungsbedingungen für den Kampf gegen die großen Volkskrankheiten schaffen: Diabetes, Infektionserkrankungen, Krebs, neurodegenerative Beschwerden, Herz-Kreislauf- sowie Lungenkrankheiten. "Die Zentren sind das Herzstück des neuen Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung", so die Ministerin.

Zwei Zentren der Gesundheitsforschung arbeiten bereits seit 2009: das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung. Nun kommen vier weitere hinzu: Im Deutschen Zentrum für Lungenforschung führt die Justus-Liebig-Universität Regie über das "Universities of Giessen and Marburg Lung Center". Es wird geleitet von den Professoren Werner Seeger, Friedrich Grimminger (beide Gießen) und Harald Renz (Marburg). Mit dem Zentrum werde das Expertenwissen im Bereich der pneumologischen Forschung und Klinik in Deutschland gebündelt, so Seeger. "Das gibt uns die Möglichkeit, schnell neue Ansätze gegen Lungenerkrankungen zu entwickeln". Standorte sind neben Gießen und Marburg die Städte München, Heidelberg, Hannover und Borstel/Lübeck.

Am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung ist die JLU gemeinsam mit der Universität Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen einer von sieben Partnerstandorten. Gießen/Marburg/Langen wird koordiniert von Professor Trinad Chakraborty (Medizinische Mikrobiologie, Gießen). Ziel des vorgelegten Konzepts ist es, eine strukturierte schnelle Reaktion bei aufkommenden biologischen Bedrohungen durch Infektionserreger zu ermöglichen, indem sie das Wissen der beteiligten Forschergruppen auf dem Gebiet der Impfstoffe und Antiinfektiva verbindet. Hierzu werden neueste Ansätze der Genomforschung an Mikroorganismen und ihren Wirtszellen sowie der synthetischen Biologie genutzt.
Beteiligt sind Gießener Wissenschaftler auch am ebenfalls neu eingerichteten Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung. Die vierte neue Forschungsstätte ist das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung.

In den Zentren werden die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus insgesamt mehr als 120 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an 39 Standorten zusammengeführt.

Das Bundesforschungsministerium stellt bis 2015 rund 700 Millionen Euro für die Etablierung der Zentren der Gesundheitsforschung zur Verfügung.