162 Menschen sterben durchschnittlich jeden Tag in Deutschland an einer Erkrankung, die der Volksmund Blutvergiftung nennt. Ihr jüngstes prominentes Opfer ist Papst Johannes Paul II, der an einer Sepsis infolge einer Harnwegsentzündung (Urosepsis) verstarb.

Damit ist die Sepsis hierzulande die dritthäufigste Todesursache. Dies belegen aktuelle Forschungsergebnisse des Kompetenznetzes, das seit der Gründung im Jahr 2002 vom Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt wird.

Die erfolgreiche Arbeit der über 200 Intensivmediziner und Wissenschaftler in 20 Zentren aus ganz Deutschland hat nun zu einer Verlängerung der Förderung um zwei Jahre geführt. Bis 2007 stellt das BMBF dem SepNet weitere 666.663 Euro zur Verfügung. Damit wurden insgesamt über 2,3 Millionen Euro für das Kompetenznetz bewilligt. Diese konnten bisher schon um über 1,2 Millionen Euro an Drittmitteln ergänzt werden, mit denen sich die Industrie beteiligt hat.

"Wir rechnen auch in der zweiten Förderperiode mit einer weiteren erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln", erwartet SepNet-Sprecher Prof. Dr. Konrad Reinhart, "da sich das Kompetenznetz mittlerweile zu einem Markenzeichen für klinische Forschung entwickelt hat".

Durch neue Therapieverfahren kann die Sterblichkeit zwar um 6-15 % gesenkt werden, doch die Kosten für neue Medikamente sind immens. So kostet beispielsweise die Behandlung mit einem modernen Medikament, das aktiviertes Protein C enthält, etwa 10.000 Euro pro Patient. Es fallen für die Kliniken Kosten an, die durch die Budgets nicht mehr gedeckt sind, so dass nicht jeder Patient mit den neuesten Medikamenten behandelt werden kann.

"Wir müssen daher intensiv forschen, um effektive Therapien und leistungsstarke, aber preisgünstigere Medikamente zu erhalten", sagt Reinhart, der auch Vorsitzender der Deutschen Sepsis-Gesellschaft ist.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena