Wissenschaftler des University of Toledo Medical Center in Ohio, USA, haben entsprechende Ergebnisse jetzt beim „50th Annual Meeting of the American Headache Society“ vorgestellt. Die Wissenschaftler konnten 1.331 Personen im Durchschnittsalter von 42 Jahren für ihre Studie gewinnen, darunter 88 Prozent Frauen. Alle litten an Migräneattacken, die anhand der „International Classification of Headache Disorders, 2nd ed (ICHD-2)“ eindeutig als Migräne identifiziert worden waren. 56 Prozent der Probanden hatten eine Migräne ohne Aura und 39 Prozent litten an einer Migräne mit Aura.

Alle Studienteilnehmer ließen sich freiwillig mit Hilfe eines Fragebogens interviewen. Darin gaben sie Auskunft über die Qualität ihrer Migräneattacken, Kopfschmerzfrequenz und Allodynien. Aber sie ließen sich anhand des „Childhood Trauma Questionnaire (CTQ)“ auch nach Kindheitserinnerungen befragen. Die Studienleiter interessierten sich dabei vor allem für Vernachlässigungen und Missbrauch im Kindesalter. Dabei ging es nicht nur um sexuellen Missbrauch, sondern auch um körperliche und seelische Vernachlässigungen sowie psychische Gewalt an Kindern.

37 Prozent der Probanden waren gemäß CTQ in der Kindheit emotional vernachlässigt worden, 25 Prozent sexuell missbraucht. 21 Prozent hatten unter körperlicher Misshandlung und 22 Prozent unter körperlicher Vernachlässigung gelitten.

Beim Vergleich dieser Daten mit den Komorbiditäten der Patienten zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Jene Patienten, die über körperlichen oder seelischen Missbrauch beziehungsweise Vernachlässigung in der Kindheit berichteten, hatten mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit auch zusätzlich Beschwerden wie Arthritis, Reizdarmsyndrom und Fibromyalgie.

Patienten, die neben ihrer Migräne über Begleiterkrankungen klagen, sollten also in Bezug auf ihre Kindheit befragt und gegebenenfalls psychiatrisch betreut werden, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: 50th Annual Meeting American Headache Society Abstract OR 8