Misshandlung von Kindern, nicht nur sexueller Art, erhöhen das Risiko, dass diese Kinder als Erwachsene an affektiven psychischen Störungen erkranken. Dies ist durch mehrere Studien belegt. So weiß man zum Beispiel, dass Misshandlungen zu Depressionen führen können. Außerdem gibt es eine nachgewiesene Beziehung zwischen Migräne und Depressionen. Liegt eine von beiden Erkrankungen vor, dann erhöht dies das Risiko, dass auch die andere Erkrankung auftritt. In einer Studie sollte nun der nahestehende Schluss untersucht werden, ob denn Misshandlungen an Kindern auch das Risiko einer Migräne im Erwachsenenalter erhöhen.

An dieser Studie nahmen 949 Frauen über 18 Jahre teil. Das Durchschnittsalter lag bei 42 Jahren. Die Frauen litten an migräneartigen Kopfschmerzen. Im Rahmen der Studie befragte man sie, ob sie als Kind körperlich misshandelt oder gar sexuell missbraucht worden seien. 38 Prozent der Frauen berichteten über körperliche oder sexuelle Misshandlungen in der Kindheit, zwölf Prozent hatten beides erlebt. Nicht wenige der Befragten hatten während der Kindheit so starke Ängste durchgemacht, dass sie um ihr Leben fürchten mussten.

Frauen, die solche Misshandlungen oder Ängste erleben mussten, hatten ein deutlich höheres Risiko, im späteren Leben an chronischen Kopfschmerzen zu erkranken. Außerdem waren in solchen Fällen die Kopfschmerzen auch stärker und länger andauernd als bei Frauen, die zwar ebenfalls unter Kopfschmerzen litten, aber keinen Misshandlungen ausgesetzt waren. Ob Misshandlung oder nicht hatte aber keinen Einfluss darauf, in welchem Alter die Kopfschmerzen begannen.

Es gab auch Frauen, die zwar selbst nicht Opfer von Gewalt wurden, aber solche bei ihren Eltern, Geschwistern oder auf der Straße miterleben mussten. Solche Frauen hatten ein erhöhtes Risiko, an depressiven Beschwerden zu erkranken.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2007, Vol. 69, S. 959-968