Schlaflosigkeit ist eine der häufigsten Beschwerden, mit denen Hausärzte konfrontiert werden. Es gibt nur wenige effektive Behandlungsmöglichkeiten der Schlaflosigkeit, die sicher über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden können. Dazu gehört zum Beispiel Tryptophan, das allerdings gelegentlich nachteilige Effekte am nächsten Morgen haben kann.

In einer Studie wurde nun der Einsatz von Alpha-Laktalbumin (A-LAC) untersucht. A-LAC ist ein Protein mit einer hohen Konzentration von Tryptophan. An einer doppel blinden, placebokontrollierten Studie nahmen 28 gesunde Probanden teil. Die Hälfte von ihnen klagte über leichte Schlafstörungen, die anderen hatten keinerlei Schlafprobleme.

Zwei Nächte lang schliefen die Versuchspersonen in einem Schlaflabor, nachdem sie am Abend entweder ein A-LAC-reiches Protein (4,8 Gramm pro 100 Gramm Protein) oder Placebo zu sich genommen hatten.

Durch die abendliche Einnahme des A-LAC in der Form von Milch-Shakes stieg der Plasma-Tryptophan-Spiegel um 130 Prozent im Vergleich zu Placebo. Am Morgen danach standen die Probanden auf und absolvierten verschiedene Tests, in denen Aufmerksamkeit und Konzentration gemessen wurde. Dabei schnitten die Probanden in Bezug auf die Aufmerksamkeit unter A-LAC signifikant besser ab als die Versuchsteilnehmer unter Placebo. Außerdem waren sie nach ihrem eigenen Eindruck wach, jedenfalls wacher als die Probanden der Kontrollgruppe.

Reaktionszeiten und Fehlerquoten bei Konzentrationstests waren ebenfalls besser in der Verumgruppe, jedoch nur bei jenen Probanden, die zuvor über einen schlechten Schlaf geklagt hatten. Hinweise kamen auch vom EEG: Spezielle Amplituden, welche auf neuronale Aktivität und Aufmerksamkeit hinweisen, waren unter A-LAC deutlich stärker.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2005, Vol. 81, S. 1026-1033