Im Jahre 2001 hat das US-amerikanische „Institute of Medicine (IOM)” in seinem Bericht “Crossing the Quality Chasm: A New Health System for the 21st Century” gefordert, dass Arzt und Patient eine kontinuierliche Partnerschaft eingehen sollten, bei der beide nicht nur dann in Kontakt miteinander kommen, wenn der Patient krank ist. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel kann ein Arzt seine Patienten regelmäßig anrufen, um etwa an Impfungen zu erinnern. Eine weitere, einfache und kostengünstige Möglichkeit wäre, Patienten durch E-Mail-Nachrichten zu kontaktieren.

In einer amerikanischen Studie wurde das nun konkret ausprobiert. Dort hat man 328 Familien von Kindern mit Rheuma zwei Jahre lang einen E-Mail-Anschluss finanziert und gab ihnen die Möglichkeit, per E-Mail mit dem pädiatrischen Rheumatologen Nachrichten auszutauschen. Regel dabei war, dass per E-Mail keine Notfallsituationen geklärt werden sollten, sondern ausschließlich nicht-zeitsensitive Informationen. Der Arzt oder ein Mitglied seines Teams sollte innerhalb von 72 Stunden antworten.

Ein Jahr nach Beginn der Studie bat man die Teilnehmer, anonym einen Fragebogen auszufüllen, bei dem es unter anderem um ihre Zufriedenheit mit diesem System und den Antworten des medizinischen Teams ging.

Jene Familien, die das Angebot des E-Mail-Austausch tatsächlich nutzten, waren ganz überwiegend zufrieden mit diesem Angebot. Sie hatten den Eindruck, direkteren Zugang zum Arzt zu haben. Außerdem glaubten sie, dass sich die Qualität der Behandlung für ihre Kinder verbessert habe und sie medizinische Tests nun besser verstehen würden. Die Befürchtung, dass E-Mail-Verkehr den Kontakt zum Arzt unpersönlicher machen würde, war offenbar unbegründet.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2007, Vol. 120, S. 701-706