Zahlreiche Studien befassen sich mit den postoperativen Ergebnissen bei Patienten mit Rotatorenmanschettendefekten. Die Effektivität der reinen krankengymnastischen Therapie in Abhängigkeit vom Ausmaß des Defektes ist hingegen wenig bekannt.

Wissenschaftler haben nun in einer prospektiven Studie 30 Patienten (38 Schultern) mit sonographisch nachgewiesenem Rotatorenmanschettendefekt kontrolliert behandelt. Anhand der Defektgröße wurden Partialdefekte (Gruppe A), Totaldefekte der Supraspinatussehne (Gruppe B) und Massendefekte der Rotatorenmanschette (Gruppe C) unterschieden.

Alle Patienten erlernten unter ärztlicher Leitung krankengymnastische Übungen, welche über einen Zeitraum von zwölf Wochen in Eigenregie durchgeführt und deren korrekte Ausführung alle zwei Wochen kontrolliert wurde. Beweglichkeit, Impingement-Zeichen und der Constant Score wurden zu Beginn und nach zwölf Wochen statistisch verglichen.

Die Beweglichkeit verbesserte sich signifikant. Auch der Constant Score steigerte sich signifikant (p kleiner 0,05) um durchschnittlich 13,0 beziehungsweise 13,2 und 17,5 Punkte in den Gruppen A, B und C. Patienten der Gruppe C zeigten, gemessen am Ausgangswert, den größten Therapieerfolg. Die Impingement-Zeichen waren in allen drei Gruppen rückläufig.

MEDICA.de; Quelle: Sportverletz Sportschaden 2005, Vol. 19, S. 22-27