Zu Recht wird Frauen, die schwanger werden wollen, die Einnahme von Folsäure empfohlen. Das senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Neugeborenen. Nimmt die Frau Folsäure über mindestens ein Jahr vor der geplanten Konzeption ein, hat dies noch einen weiteren Vorteil: Das Risiko einer Frühgeburt sinkt dann signifikant.

Dies zeigt eine Studie mit mehr als 38.000 Frauen, Teilnehmerinnen der „First And Second Trimester Evaluation of Risk (FASTER)“-Studie. Beim Einritt in diese Studie wurden alle Frauen zu verschiedenen Parametern befragt. 6.777 (20 Prozent) der Frauen gaben an, mindestens ein Jahr vor ihrer Schwangerschaft Folsäure eingenommen zu haben. Weitere 36 Prozent nahmen ebenfalls vor der Befruchtung Folsäure ein, aber weniger als ein Jahr. 44 Prozent hat ganz auf Folsäure verzichtet.

Insgesamt traten 160 Fälle von Frühgeburten auf. Interessant dann der Vergleich mit der Einnahme von Folsäure: Sehr frühe Geburten in der 20. bis 28. Schwangerschaftswoche traten um 70 Prozent seltener auf, wenn die Frauen ein Jahr lang Folsäure eingenommen hatten im Vergleich zu den Frauen, die auf Folsäure verzichtet hatten. Ähnlich überzeugend der Blick auf Frühgeburten zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche: Das Risiko dafür sank um 50 Prozent bei der einjährigen Einnahme von Folsäure.

Der physiologische Mechanismus, der zu diesem protektiven Effekt führt, ist nicht klar. Experten vermuten, dass Folsäure das Immunsystem stimuliert, was wiederum zu weniger Infektionen bei Schwangeren führt.

Die Studie hat Schwächen, wie auch die Studienleiter zugaben. So wussten die Wissenschaftler nicht, wie viel Folsäure die Frauen eingenommen hatten. Sie wollen das Ergebnis daher nun verfeinern und Blutproben der Frauen analysieren, um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Folsäure-Blutspiegel und dem Schwangerschaftsergebnis herstellen zu können.

MEDICA.de; Quelle: Society for Maternal-Fetal Medicine 28th Annual Meeting; Abstract 5