HIT schließt eine Lücke bei der Behandlung von Patienten mit unheilbaren Tumoren der Schädelbasis und des Gehirns sowie der Weichteile, bei denen Heilungsraten über 70 Prozent erzielt werden. Die neue Therapie steht ab Herbst 2007 mindestens 1.000 Patienten pro Jahr zur Verfügung.

Die Ionenbestrahlung ist ein äußerst präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren. Die Ionen werden über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen, den sie irreparabel schädigen. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont.

"In Heidelberg wird die weltweit einzige Anlage errichtet, in der Patienten mit verschiedenen Ionen bestrahlt werden können", hob Finanzminister Gerhard Stratthaus beim Richtfest hervor. Er wies darauf hin, dass nur die Finanzierung durch das Klinikum, das den Anteil des Bundeslandes Baden-Württemberg übernommen hat, sowie das finanzielle Engagement des Bundes den Bau der Anlage ermöglicht haben.

"Derartige Anlagen sollten nur im Rahmen eines Zentrums für Krebserkrankungen errichtet werden", forderte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, Professor Dr. Eike Martin. Durch die Einbettung in das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, in dem alle onkologischen Fachrichtungen bei der Krebstherapie zusammenarbeiten, sei gewährleistet, dass der Patient die optimale Behandlung erhalte.

Gute Voraussetzungen, dass die Therapie allen Patienten unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit zugute kommen wird, sieht die Kaufmännische Direktorin des Klinikums, Irmtraut Gürkan. Man habe sich mit einigen Kassen bereits auf Vergütungen geeinigt, sagte sie bei dem Richtfest. Als Behandlungspauschale pro Patient seien ca. 20.000 bis 25.000 Euro vorgesehen. Dies entspricht etwa der Hälfte der Behandlungskosten, die derzeit für eine Protonenbestrahlung außerhalb Europas erhoben werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg