Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (chronic obstructive pulmonary disease: COPD) betreffen zahlreiche Menschen und sind eine der führenden Todesursachen. Vor diesem Hintergrund hat die US-amerikanische Fachgesellschaft „American College of Physicians (ACP)“ jetzt auf der Basis aller relevanten Studien Leitlinien zur COPD formuliert. Wichtige Punkte dieser Empfehlungen sind:

Bei allen Patienten mit Atembeschwerden, vor allem Dyspnoe, sollte eine Spirometrie vorgenommen werden. Leidet ein Patient an einer COPD, dann muss nur dann behandelt werden, wenn das forcierte exspiratorische Ein-Sekunden-Volumen (FEV1) unter 60 Prozent des erwarteten Ergebnisses liegt.

Symptomatische Patienten mit einem FEV1 unter 60 Prozent können mit einer der folgenden Monotherapien behandelt werden: lang wirksame inhalative Beta-Agonisten, lang wirksame inhalative Anticholinergika oder inhalative Kortikosteroide. In schwereren Fällen kommt auch eine Kombinationstherapie in Frage. Studien haben gezeigt, dass die Kombinationstherapie der Monotherapie überlegen sein kann.

Haben Patienten eine Hypoxämie in Ruhe mit einem PaO2-Wert von weniger als 55 mmHg, dann kommt Sauerstoffbehandlung in Frage. Liegt der PaO2-Wert über 60 mmHg, kann dies die Mortalität bei schwer kranken COPD-Patienten verringern.

Unerwünschte Nebenwirkungen einer COPD-Therapie sind in der Regel mild. Dazu gehören zum Beispiel leichte kardiovaskuläre Effekte bei lang wirksamen inhalativen Beta-Agonisten, ein trockener Mund bei lang wirksamen inhalativen Anticholinergika und die oropharyngeale Candidiasis bei inhalativen Kortikosteroiden.

Wenig Sympathien haben die Leitlinien-Autoren für Disease-Management-Programme und Patientenschulungen bei der COPD. Es gebe kaum Beweise dafür, dass dies das Ergebnis bei COPD verbessern könne, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2007, Vol. 147, S. 633-638, 639-653