Mit Leitlinien gegen das Übergewicht

Ein erster Schritt zum Abnehmen:
die Ernährung umstellen; © ABDA

Bis zu 9,4 Prozent der Gesundheitsausgaben in den USA sollen nach Schätzungen von Experten auf Erkrankungen zurückgehen, die im Zusammenhang mit Übergewicht entstanden sind. Rund 300.000 Menschen sterben jedes Jahr in den USA, weil sie zu dick sind. Vor diesem Hintergrund hat das ACP nun Leitlinien herausgegeben, die die bisherigen ärztlichen Behandlungsmethoden des Übergewichts zusammenfassen. Im Einzelnen empfehlen die Leitlinien:

Alle Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von mehr als 30kg/m2 benötigen eine Beratung in Bezug auf Ernährung und Bewegung, obwohl auch das ACP klar sagt, dass solche Beratungsprogramme keinen nachweisbaren Effekt auf Morbidität und Mortalität haben.

Patienten, bei denen alle Beratungsprogramme und Diäten versagen, sollten medikamentös behandelt werden. Die Leitlinien zählen verschiedene Wirkstoff auf, für die mehrere Studien eine Wirksamkeit für die Gewichtsabnahme nachgewiesen haben: Sibutramin, Orlistat, Phentermin, Diethylpropion, Fluoxetin und Bupropion. Diese Wirkstoffe können zu unerwünschten Wirkungen führen wie moderater Blutdruckanstieg (Sibutramin) oder Diarrhoe (Orlistat).

Chirurgische Eingriffe am Magen sollten ab einem BMI von 40kg/m2 in Erwägung gezogen werden, wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben. Auch bei Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Übergewicht entstehen können wie Diabetes mellitus oder Hypertonie ist ein chirurgischer Eingriff bedenkenswert.

Die Leitlinien sagen, dass chirurgische Eingriffe die Inzidenz von Hypertonie, Diabetes und Hyperlipidämie innerhalb von zwei Jahren senken können. Allerdings kann der chirurgische Eingriff solche Erkrankungen kaum rückgängig machen.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2006, Vol. 142, S. 525-531