Das zeigen Zwischenergebnisse einer Studie, die jetzt beim Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt wurden.

BIG 1-98 ist eine multinationale, randomisierte, multizentrische Phase III Doppelblindstudie, die in 27 Ländern an über 8.000 postmenopausalen Frauen durchgeführt wurde, die Brustkrebs im Frühstadium mit hormonrezeptorpositiven Tumoren aufwiesen. Primäres Ziel der Studie des krankheitsfreien Überlebens ist, festzustellen, ob Letrozol das Risiko von Rezidiven, das Auftreten eines zweiten bösartigen Tumors oder Tod im Vergleich zu Tamoxifen reduzieren könnte.

Die Ergebnisse bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 26 Monaten zeigen: Von den 4.003 Patienten in der Letrozol-Gruppe werden voraussichtlich 84,0 Prozent nach fünf Jahren am Leben und ohne Krankheitsbefund sein, während es in der Tamoxifen-Gruppe 81,4 Prozent der 4.007 Patienten sind.

Auch bei den Nebenwirkungen zeigten Letrozol und Tamoxifen unterschiedliche Strukturen: Unter Tamoxifen traten häufiger Venenthrombosen und Embolien sowie Vaginalblutungen und Abweichungen von Normbefunden im Endometrium auf. Die Behandlung mit Letrozol brachte häufiger Knochenfrakturen, erhöhtes Cholesterin sowie Herzinfarkte und Schlaganfälle mit sich, wenn auch selten.

BIG 1-98 ist die einzige klinische Studie, die vorsieht, sowohl einen Kopf-an-Kopf-Vergleich von Letrozol mit Tamoxifen wie auch eine Sequenzierung beider Wirkstoffe einzubeziehen, und zwar während der ersten fünf Jahre nach einer Brustkrebsoperation, um die wirkungsvollste Methode zur Vermeidung eines Rezidivs zu ermitteln.

Die bei der ASCO vorgelegten Angaben beziehen sich auf den Vergleich bei der Primärbehandlung mit Tamoxifen initial versus Letrozol initial bei einer mittleren Nachfolgebeobachtung von 26 Monaten.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting 2005, Orlando