Beides gilt zunächst nur für die USA. Die Wissenschaftler der Mayo Clinic, die das nachweisen konnten, glauben, dass beide Trends etwas miteinander zu tun haben.

Datenbasis der Studie bildeten 5.464 Frauen, die sich zwischen 1997 und 2006 an der Mayo Clinic der chirurgischen Therapie eines Mammakarzinoms im frühen Stadium unterzogen hatten. Die Rate der Mastektomien fiel demnach zwischen 1997 und 2003 von 45 Prozent auf 30 Prozent. Danach stieg die Rate aber wieder auf 43 Prozent im Jahre 2006. Der Rückgang der Mastektomiezahlen in den 90er Jahren ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass damals nachgewiesen werden konnte, dass Lumpektomien in Verbindung mit Bestrahlung der Mastektomie nahezu gleichwertig sind.

Aber warum steigen die Zahlen der Mastektomie dann in den letzten Jahren wieder? Eine Antwort könnte der Blick auf die Magnetresonanztomographie geben, die in den vergangenen Jahren zunehmend präoperativ beim Mammakarzinom eingesetzt wird: Die Zahlen stiegen von elf Prozent aller betroffenen Frauen (2003) auf 22 Prozent (2006). Mehr als die Hälfte all jener Frauen, die sich einer MRI-Untersuchung unterzogen hatten (52 Prozent) entschieden sich danach für eine Mastektomie. Wurden die Frauen ohne MRI untersucht, dann entschieden sich lediglich 38 Prozent für diese radikale Form der Operation. Dieser Unterschied war statistisch signifikant (p kleiner 0.0001).

Es ist bekannt, dass mit Hilfe der MRI Mammakarzinome besser entdeckt werden können als mit anderen bildgebenden Verfahren. Allerdings hat die MRI auch ihre Tücken: So führt dieses Verfahren zu zahlreichen falsch-positiven Ergebnissen und kann Abnormalitäten im Drüsengewebe anzeigen, die keinen Krebs darstellen. Möglicherweise entscheiden sich viele Frauen mit solchen Ergebnissen für eine Mastektomie, um sich jahrelange Ängste zu ersparen.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology