Die Methoden der Anästhesie haben sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig verbessert. Dennoch leiden noch immer 20 bis 30 Prozent aller Patienten nach einer Operation unter Übelkeit und Erbrechen. Studien haben gezeigt, dass die Wirkstoffe Ondansetron, Dexamethason und Droperidol diese postoperative Nausea wirksam bekämpfen können und in der Kombination einen additiven Effekt haben. Zum Einsatz von Metoclopramid bei der postoperativen Übelkeit gibt es dagegen widersprüchliche Daten. Dabei ist Metoclopramid durch sein interessantes Wirkungsspektrum ein wichtiger Wirkstoff für die Chirurgie.

Mediziner haben nun in einer Studie untersucht, ob die Kombination aus 10 beziehungsweise 25 oder 50 mg Metoclopramid mit 8 mg Dexamethason bei einer intraoperativen Verabreichung die postoperative Übelkeit wirksamer verhindern kann als die alleinige Gabe von 8 mg Dexamethason. An dieser vierarmigen Studie, die an vier deutschen Kliniken durchgeführt wurde, nahmen 3.140 Patienten teil.

Nach der Operation traten bei 23,1 Prozent, 20,6 Prozent, 17,2 Prozent beziehungsweise 14,5 Prozent der Patienten Übelkeit und Erbrechen auf. Die Zahlen beziehen sich auf die alleinige Gabe von Dexamethason beziehungsweise die Kombination mit 10, 25 oder 50 mg Metoclopramid. 25 mg Metoclopramid in Kombination mit 8 mg Dexamethason können die postoperative Nausea bis zu zwölf Stunden nach der Operation ebenso wirkungsvoll bekämpfen wie die höhere Dosis aus 50 mg Metoclopramid mit 8 mg Dexamethason. In Bezug auf die späte eintretende Übelkeit, die mehr als zwölf Stunden nach der Operation eintritt, ist die stärkere Dosierung aber eindeutig überlegen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Hypotension und Tachykardie, die mit steigender Dosierung häufiger wurden.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 324