Mit Musik wieder in den Takt kommen

Mit Musik etwas schneller auf
den Beinen; © Hemera

In die deutsche Teilstudie wurden 40 Schlaganfallpatienten mit einer halbseitigen Lähmung eingeschlossen. Davon erhielt ein Teil über einen Zeitraum von drei Wochen täglich eine halbe Stunde musikmedizinisches Gangtraining. Der normale Gangrhythmus, oftmals durch den Schlaganfall beeinträchtigt, wurde hierbei durch rhythmisch-akustische Zeitgeber beziehungsweise eine musikalische Stimulation unterstützt. Die Vergleichsgruppe erhielt über den gleichen Zeitraum ein konventionelles physiotherapeutisches Gangtraining. Die Behandlung erfolgte bei beiden Gruppen in der Frühphase der Rehabilitation.

Vor und nach der Behandlung Qualität wurden bei beiden Gruppen Dynamik und Ausdauer beim Gehen mit einem speziellen Analysegeräte objektiv erfasst, berechnet, grafisch dargestellt und in statistisch auswertbare Daten umgewandelt. Die Forscher untersuchten auch die Zufriedenheit der Patienten mit der jeweiligen Behandlungsmethode.

In der Musiktherapiegruppe ist der Anteil der Patienten mit klinisch signifikanter Verbesserung etwa doppelt so hoch wie in der mit Physiotherapie behandelten Gruppe. Auch die relative Verbesserung aller Gangparameter ist höher. Statistisch signifikant ist dieser Unterschied beim Abrollen des Fußes. Eine statistisch tendenzielle Überlegenheit zeigt sich in dieser Gruppe auch bei der Gehgeschwindigkeit und Schrittfrequenz. Bei der Gangsymmetrie schneiden beide Gruppe in etwa gleich ab. Die Musiktherapiegruppe weist auch eine größere Annäherung an die alters- und geschlechtsspezifische Norm auf als die Kontrollgruppe.

Die Auswertung des Zufriedenheitsfragebogens zeigt, dass die mit Musiktherapie behandelten Schlaganfallpatienten während der gesamten Behandlungsdauer zufriedener mit der Therapie sind als die Patienten der Vergleichsgruppe.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung DZM e.V.