Mit Roboterhilfe den Tumor entfernen

Geballte Robotertechnik bei der
Speiseröhren-OP
© Universität Heidelberg

Die chirurgische Entfernung der Speiseröhre, im Allgemeinen wegen eines bösartigen Tumors, ist trotz aller medizinisch technischen Fortschritte nach wie vor eine ausgesprochen große und gefährliche Operation.

Das Team des Oberarztes Dr. Carsten Gutt der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg sammelt seit Frühjahr 2003 Erfahrungen mit dem OP-Roboter DaVinci, insbesondere bei der chirurgischen Behandlung des Sodbrennens.

"Der Roboter bietet einige ganz entscheidende Vorteile nicht nur gegenüber den klassischen offenen Operationsverfahren sondern auch der konventionellen minimal-invasiven Technik", erklärt Dr. Gutt.

"Während bei der konventionellen endoskopischen Technik die Beweglichkeit des Operateurs durch die starren Instrumente deutlich eingeschränkt ist, ermöglichen die Greifhände des Roboters eine für endoskopisch tätige Chirurgen völlig ungewohnte Beweglichkeit. Auch schwierige und komplexe Präparationsschritte sind mit dieser Form der Schlüssellochchirurgie nun möglich", so Gutt weiter.

Bei der Operation steht der Chirurg nicht mehr direkt am OP-Tisch. Er befindet sich an einer Steuerkonsole, wobei ihm ein spezielles Sichtvisier einen dreidimensionalen Blick auf das Operationsfeld bietet.

Gleichzeitig führen seine Hände Steuerinstrumente, welche die Bewegungen des Operateurs auf die instrumentierten Arme des Roboters übertragen. Diese sind, zusammen mit der Kamera, in den Bauchraum des Patienten eingeführt und vollführen dort die notwendigen chirurgische Feinarbeiten exakt so, wie es den Bewegungen des Operateurs an der Konsole entspricht.

Diese Technik soll nun auch den Patienten mit Speiseröhrenkrebs zugute kommen. "Die OP mit dem Roboter hat den Vorteil, dass die Speiseröhre komplett minimal-invasiv ohne hohe Verletzungsgefahr entfernt werden kann und beide Lungenflügel permanent beatmet werden", sagt Dr. Gutt.

MEDICA.de; Quelle: Universität Heidelberg