Ballspiele beim Schulsport führen häufig zu Verletzungen. In einer Untersuchung sollte nun geklärt werden, inwiefern propriozeptive Schwächen für bestimmte Verletzungen bei Schülern verantwortlich sind. Diese Schwächen könnte man nämlich durch eine spezielle Unterrichtsprävention wirksam bekämpfen. Darum untersuchten Wissenschaftler Verletzungsmuster und -umstände bei Ballsportverletzungen im Schulsport.

Während eines Schuljahres wurden 2234 Schulsportunfälle über das berufsgenossenschaftliche Durchgangsarztverfahren an den Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV) Niedersachsen gemeldet. 60 Prozent der Verletzungen traten im Rahmen von Ballsportarten auf, hauptsächlich beim Basketball (32 Prozent), Fußball (24 Prozent), Volleyball (17 Prozent), Handball (8,3 Prozent) und Hockey (4,9 Prozent).

Bei Basketballverletzungen dominierten Stauchungen (27 Prozent) vor Bänderverletzungen (23 Prozent) und Frakturen (21 Prozent), wobei häufig Fingerverletzungen (61 Prozent) ohne Gegnereinwirkung auffielen, gefolgt von Verletzungen der unteren Extremität (28 Prozent). Fußball führte am häufigsten zu Prellungen (29 Prozent), die in 52 Prozent Verletzungen der unteren Extremität (24 Prozent) nach sich zogen und am häufigsten nach Kollision mit einem Gegenspieler (22 Prozent) oder dem Ball (20 Prozent) auftraten. Beim Volleyball konnten bei 71 Prozent Verletzungen der oberen Extremität mit 53 Prozent Fingerverstauchungen bei der individuellen Ballbehandlung dokumentiert werden.

Ballsportarten führen also häufig zu Verletzungen im Schulsport, wobei überdurchschnittlich häufig Fingerverletzungen auftreten. Propriozeptive Schwächen, insbesondere der Finger, scheinen beim Basketball, Volleyball und Handball von Bedeutung zu sein. Beim Hockey fallen besonders Verletzungen des Mund-Kiefer-Gesichts-Bereichs auf.

MEDICA.de; Quelle: Sportverletzung Sportschaden 2005, Vol. 19, S. 82-88