Mit Ultraschall Brüche diagnostizieren

Photo: Röntgenbild eines gebrochenen Beines

Für jeden Bruch ein Röntgenbild -
das galt für lange Zeit, bedeutet
aber heute unnötige Strahlung;
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Nicht zuletzt verhindert sie die Belastung des Kindes durch Strahlen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) anlässlich einer aktuellen Untersuchung. Gemeint ist eine Studie am Campus Kiel der Universität Schleswig-Holstein. Dort untersuchten Ärzte 653 verletzte Kinder sowohl durch Röntgen, als auch mittels Ultraschall.

Von 308 entdeckten Knochenbrüchen wurden 266 in beiden Untersuchungen nachgewiesen, 20 wurden ausschließlich im Ultraschall, 21 nur auf dem Röntgenbild entdeckt. In einem Fall, einem Bruch im Gesicht, musste eine Computertomografie angefertigt werden.

Zu jedem Knochenbruch - auch bei Kindern - gehörte früher ein Röntgenbild. "Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Beschwerden oft unklar und der Ort des Knochenbruchs ist nicht immer gleich auszumachen", erläutert Professor Christian Arning, Vizepräsident der DEGUM. "Statt große Bereiche des Skeletts zu röntgen, hat es sich deshalb bewährt, zunächst sonografisch die häufigsten Knochenbruchstellen abzusuchen."

Wenn der Bruch entdeckt ist, könne dann falls nötig gezielt ein kleineres Röntgenbild aufgenommen werden. Bei unkomplizierten Brüchen, bei denen keine Operation notwendig ist, ist dies nach Ansicht von Arning oft verzichtbar. "Bei einigen häufigen Brüchen, etwa im Bereich der Rippen, wo es beim Röntgen zu Überlagerungen von Knochen kommt, ist die Sonografie sogar überlegen", so Professor Gebhard Mathis, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (ÖGUM).

Vorteil des Röntgens bleibt, dass der Arzt den Bruch auf den ersten Blick sieht. Bei der Ultraschalluntersuchung muss er langsam den Knochen abfahren. Das dauert etwas länger. "Unruhige Kinder müssen dann ein wenig Geduld haben, was für sie nicht immer leicht ist", so Arning.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)