Mit Vertrauen gegen Angst

Neue Ansätze für den Weg aus
dem Tunnel der Angst; © Hemera

Die jetzt erschienene Arbeit wurde inspiriert durch jüngste Befunde einer Züricher Arbeitsgruppe, die zeigten, dass beim Menschen durch Oxytocin das Ausmaß an Vertrauen, das wir unseren Mitmenschen entgegenbringen, beeinflusst wird. "Die Bedeutung von Oxytocin für das menschliche Verhalten ist in den letzten Monaten so deutlich geworden, dass es dringend notwendig war, nach den neurobiologischen Ursachen dieser Wirkung zu suchen" sagt PD Dr. Peter Kirsch, der am Zentrum für Psychiatrie in Gießen für die Durchführung der Studie verantwortlich war.

"Wie wir sozial miteinander umgehen ist also zu einem wichtigen Teil von der Oxytocinausschüttung abhängig, wie funktionstüchtig unser Oxytocin-System ist, entscheiden auch frühe Erfahrungen und wo es seine Wirkung entfaltet, zeigt nun erstmals unsere Studie" ergänzt Kirsch.

Während 15 männliche gesunde Probanden Bilder mit angstrelevantem Inhalt betrachteten, erfassten Neurowissenschaftler ihre Hirnfunktionen. Dabei zeigte sich, dass die selben Personen dann, wenn sie vor der Untersuchung eine geringe Menge an Oxytocin über ein Nasenspray aufgenommen hatten, eine geringere Aktivität der Amygdala aufwiesen, als bei einer vorherigen Einnahme eines Placebopräparates.

Diese Reduzierung der Aktivität in den Mandelkernen war bei der Betrachtung von angsterfüllten Gesichtern besonders deutlich ausgeprägt. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Oxytocingabe die funktionelle Verbindung zwischen den Mandelkernen und Regionen im Hirnstamm, die für die Regulation von körperlichen Angstreaktionen verantwortlich sind, verringerte.

Neben diesen grundlagenwissenschaftlichen Aspekten könnten die Befunde aber auch Ansätze sein, neue Behandlungen für psychische Störungen, die durch eine überaktivierte Amygdala ausgelöst werden.

MEDICA.de; Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen