In der Dissertation von Dr. Monika Siegrist am Lehrstuhl für Bewegungs- und Trainingslehre wurden zwei Krafttrainingsprogramme mit einer Wirbelsäulengymnastik verglichen, um so differenziertere Aussagen über den Nutzen der verschiedenen Trainingsarten zu erhalten.

69 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren mit leichter Osteopenie trainierten zweimal pro Woche. Alle Frauen beteiligten sich an einer Wirbelsäulengymnastik.

26 von ihnen trainierten zusätzlich im Rahmen eines konventionellen Krafttrainings an neun Krafttrainingsgeräten, weitere 23 ergänzten die Wirbelsäulengymnastik mit oszillierenden Trainingsgeräten unter Verwendung von Zusatzlasten. Untersucht wurden Veränderungen der Knochenparameter, Muskulatur, Befindlichkeit sowie Rücken- und Nackenschmerzen.

In allen drei Gruppen zeigte sich ein positiver Effekt: Der Knochenverlust in der Lendenwirbelsäule war geringer als altersbedingt zu erwarten. Am Collum ließ das konventionelle Krafttraining die Knochenfläche größer werden. Die Teilnehmerinnen am Krafttraining gewannen in Armen und Beinen deutlich an Kraft, während Wirbelsäulengymnastik allein nur die Beinkraft verbesserte.

Die dynamische muskuläre Leistungsfähigkeit stieg vor allem in der konventionellen Krafttrainingsgruppe, in geringerem Maß auch in der Wirbelsäulengymnastik. Besonders die Teilnehmerinnen dieser Gruppe gaben im gesamten Studienzeitraum an, sich besser zu fühlen und weniger Schmerzen zu haben.

Im Rahmen der Osteoporose-Prävention könne bereits eine systematische Wirbelsäulengymnastik Kraft und Befinden deutlich verbessern, so das Ergebnis der Untersuchung. Die umfassende Steigerung der muskulären Leistungsfähigkeit und den Knochen betreffende Anpassungen seien vor allem durch konventionelles Krafttraining erreichbar. Das oszillierende Training in Verbindung mit Zusatzgewichten steigert in erster Linie die Kraft, so Siegrist.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität München