Viele Patienten, die in der Klinik behandelt werden müssen, leiden an einer Pneumonie. Für Ärzte ist es nicht immer einfach, die Schwere der Infektion einzuschätzen. Viele Pneumonien können ambulant behandelt werden, andere müssen wegen der Schwere letztlich auf die Intensivstation verlegt werden.

Mit Hilfe des „Pneumonia Severity Index (PSI)” hat man daher schon seit einiger Zeit versucht, die Schwere und Intensität einer Pneumonie besser einschätzen zu können. Ob sich dieser Index aber tatsächlich dazu eignet, am Krankenbett schnelle und gesicherte Entscheidungen zu fällen, wurde bislang noch kaum untersucht. Jetzt haben französische Wissenschaftler eine Untersuchung auf den Intensivstationen von 16 Kliniken in Frankreich unternommen. Acht der Intensivstationen nutzten den PSI, acht weitere nicht.

Während des drei- bis fünfmonatigen Untersuchungszeitraums stuften die Ärzte auf den Intensivstationen, welche den PSI benutzten, 42,8 Prozent ihrer Pneumonie-Patienten als „geringes Risiko“ ein und behandelten sie ambulant. Bei den anderen acht Kliniken waren dies nur 23,9 Prozent. Die kurzfristige Mortalität war auf den Intensivstationen, welche den PSI nutzten, geringer als ohne PSI. Dieser Index hatte jedoch keinen Einfluss darauf, ob Patienten später doch noch stationär behandelt werden mussten.

Unter dem Strich zeigt die Studie aber, dass der PSI ein nützliches Handwerkszeug ist, um die Schwere einer Pneumonie schnell und sicher einschätzen zu können. Damit bestätigt diese Untersuchung frühere Analysen. Der PSI sollte daher nach Ansicht der Studienleiter auf jeder Intensivstation angewendet werden. Dies entlastet auch die Ärzte, welche ohne den PSI offenbar eher zur Übertherapie neigen.

MEDICA.de; Quelle: Clinical Infectious Diseases 2007, Vol. 44, S. 41-49