Bisher hatte es schon gelegentlich Berichte über Osteonekrosen des Kiefers gegeben im Zusammenhang mit der Verabreichung von Bisphosphonaten. Meist jedoch folgten diese Osteonekrosen auf die Extraktion eines Zahnes oder anderer Zahnerkrankungen.

Dr. Aaron P. Sarathy vom National Naval Medical Center, USA, hat nun erstmals von Osteonekrosen des Kiefers nach endodontischen Eingriffen bei Patienten unter Bisphosphonat-Therapie berichtet.

In einem Falle war ein 72jähriger Mann betroffen, der sich einem endodontischen Eingriff unterzog fünf Monate nach der letzten Einnahme des Bisphosphonats Zoledronat. Er war 15 Monate lang intravenös mit diesem Wirkstoff therapiert worden, um Skelett-Beschwerden im Zusammenhang mit einem Prostatakarzinom in den Griff zu bekommen.

Der zweite Fall betrifft einen 74 Jahre alten Mann, bei dem sich ebenfalls eine Osteonekrose des Kiefers entwickelte. Dieser Patient hatte bis einen Monat vor dem Eingriff ein Bisphosphonat eingenommen, einschließlich 52 Monate Alendronat oral, 14 Monate Pamidronat intravenös und 27 Monate Zoledronat intravenös. Auch bei diesem Patient war die Indikation Skelett-Beschwerden im Zusammenhang mit einem Prostatakarzinom.

Die Ursache dieser Kieferbeschwerden ist unklar, schreiben die Autoren des Zeitschriftenbeitrags. Sie vermuten aber, dass die antiangiogenen Effekte der Bisphosphonate zumindest eine Rolle bei der Osteonekrose des Kiefers spielen. Möglicherweise tragen Mikrotraumen und Entzündungen mit dazu bei, das Umfeld des Kiefers ischämisch zu verändern. Jedenfalls sollten Patienten unter Bisphosphonat-Therapie, die sich einer Zahnbehandlung unterziehen müssen, auf diese mögliche Komplikation hingewiesen werden.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Endodontics 2005, Vol. 31, S. 759-763